Im Herzen der Wachau - Spitz an der Donau

 

Heute nehme ich dich sehr gerne mit zu unserem Kurzurlaub in die Wachau. Wir mögen diese Gegend an der Donau, die sanften Hügeln, die Weinberge, die Leute, das gute Essen, ... die Schaumrollen aus Mautern, ... all das sind jährliche Fixpunkte, auf die wir auch heuer nicht verzichten wollen. An der Stelle darf ich einen Auszug aus Österreicherwein.at zitieren:

 

Weltkulturerbe und Wohlfühllandschaft – das ist die Wachau, das enge Donautal zwischen Melk und Krems. Auf 1.344 Hektar, teils auf steilen Terrassen, wachsen unverwechselbare Weine heran, die ab dem Jahrgang 2020 als Wachau DAC deklariert werden dürfen. Die besten Lagen erbringen einige der größten Weißweine der Welt mit jahrzehntelangem Entwicklungspotenzial, allen voran Grüner Veltliner und Riesling.

 

Der Winter heuer zeigte sich relativ mild, leider gab es gerade im März einige frostige Nächte und die genau zur Zeit der Marillenblüte. Die Marille musste sehr darunter leiden und auch die getroffenen Maßnahmen halfen wenig. Eine sorgenvolle Zeit für die Marillenbauern. 

 

Auch wir haben uns damals im März Gedanken um die Marillen gemacht. Ja, ein bisschen egoistisch motiviert, aber ich mag die geniale Marillenmarmelade sehr gerne und niemand bereitet sie so köstlich zu wie meine Mutter Helene. Dazu gibt es keine bessere Frucht als die Marille aus der Wachau und wir brauchen dafür eh nur kleine Haushaltsmengen. Wir kommen also in jedem Fall in die Wachau, Seele baumeln lassen und vielleicht haben wir Glück und können sogar ein Kisterl Marillen mit nach Hause nehmen.

 

Wir haben ein schickes Hotel gebucht und freuen uns auf ein paar Genießertage Mitte Juli. Der Ernteausfall bei den Marillen durch den Frost ist dramatisch, es wird von 90 % gesprochen und es wird keinen Straßenverkauf geben. Eine Website zeigt mir täglich die Reife der Früchte und ich kann nur hoffen, erstens auf die Chance ein paar Kilo Wachauer Marillen zu bekommen und zweitens, dass wir punktgenau zur Reife ankommen. Im Notfall, und das wäre sehr schade, müsste ich Importware einkaufen und das hätte für mich schon einen bitteren Beigeschmack.

 

Wachau für alle Sinne

 

15. Juli 2020

Hurra, heute geht’s los. Die Sonne scheint, wir sind gut gelaunt, haben uns ein kleines Wachau-Programm für die nächsten Tage gemacht und unsere erste Station wird wieder Melk sein. Angeblich gibt es dort die besten Schaumrollen, ich bin zwar skeptisch, freue mich aber trotzdem darauf. 

 

Genau, rechts an der Straße befindet sich der Gebührenparkplatz, da finden wir sicher eine Gelegenheit. Super, der Platz liegt noch im Schatten, das kann heute kein Fehler sein. Der Ticketautomat verlangt für zwei Stunden EUR 1,-, so lange werden wir wahrscheinlich gar nicht brauchen. Auf direktem Weg geht’s zu den Schaumrollen. Es ist Markttag in Melk und bei dem schönen Wetter sind wirklich viele Menschen unterwegs, Einheimische, die frische Lebensmittel einkaufen oder sich beim Wirt zu einem Gläschen Wein treffen, aber auch Touristen und Touristinnen aus vielen unterschiedlichen Ländern, das Sprachengewirr verrät sie. 

 

Reges Treiben, aber da war doch noch was? Ich sehe keinen Mund-Nasen-Schutz mehr, vertraute Umarmungen und Gesten, Abstand scheint ein Fremdwort zu sein ... sehr ignorant empfinde ich diese Situation. Während sich die Regierung über unsere Gesundheit und Wirtschaft den Kopf zerbricht, Geld locker macht zur Überbrückung in dieser verrückten Zeit, haben andere ihren Spaß und reden von Corona-Parties. Unverantwortlich! Mich macht das wütend und traurig zugleich. Ich halte mich an die Maßnahmen, manchmal mehr als nötig. 

 

Oje, vor der Konditorei gibt es so gut wie keine Sitzgelegenheit. Vor dem Haus steht nur ein einzelner Stehtisch. Wir sind der Meinung, dass das für uns passt und Ewald bestellt 2 Espressi und je eine der angeblich besten Schaumrollen. Klein schauen sie aus, das ist mein erster Eindruck. Voller Erwartungen beiße ich ab und sofort wird klar. Niemals können diese Schaumrollen Platz eins belegen. So viele Kalorien für eine Enttäuschung. Sehr schade. Aber ich weiß jetzt schon, dass ich der wirklich absolut besten Schaumrollen schon ganz nahe bin. Für Samstag habe ich bereits 10 Stück im Café Maria in Mautern vorbestellt. Mmmmh, da ist dann wieder jede einzelne Kalorie eine Sünde wert. 

 

Ein Kurzbesuch in Krems, ein kleiner Bummel durch die Stadt ... die Sonne lacht zwischen den Wolken durch und wir wollen noch den Tag am Pool ausklingen lassen und fahren jetzt direkt zum Hotel. Wunderschön eingebettet in den Spitzer Weinbergen liegt das neue Boutiquehotel WeinSpitz. Die Begrüßung ist freundlich. Super, alles hier schaut sehr modern, geschmackvoll, gemütlich und zum Wohlfühlen aus und auch das Zimmer ist schon fertig für uns. Perfekt. Dem Urlaub steht nichts mehr im Weg.  

 

Auspacken und ab zum Pool. Vorher versuche ich noch mein Glück und frage einfach ganz frech an der Rezeption. Wir würden gerne Marillen kaufen. Wie stehen unsere Chancen? Haben Sie vielleicht einen Tipp für uns? Ich freu mich sehr. Vielleicht gibt es tatsächlich eine Möglichkeit. Vielleicht kann der Opa des Hauses mir dabei helfen. Wir dürfen uns überraschen lassen.

 

Die dunklen Wolken werden rasch mehr, Donnergrollen aus der Ferne und erste Regentropfen ... das war es dann mit der Erholung am Pool. Ein Zeichen des Himmels, dass wir doch früher essen gehen sollen. Wir bestellen einen Tisch im Gasthof Prankl, im "Alten Schiffmeisterhaus", das kennen wir bereits von früheren Besuchen und haben das Haus in guter Erinnerung.

 

Das Gewitter scheint genau über uns zu sein. Es regnet nicht mehr, es schüttet. Wir haben aber Glück und sitzen schon im Gastgarten, bevor es so richtig beginnt mit dem Regen. Die Getränke werden schnell serviert und es ist jetzt schon klar, bei diesem Unwetter bleiben wir nicht trocken unter dem Sonnenschirm. Alles kein Problem, wir dürfen in die Gaststube übersiedeln. Das Essen ist gewohnt vorzüglich, auch im Service klappt alles hervorragend und obwohl das Lokal gut besucht ist, das Personal alle Hände voll zu tun hat, bleibt dazwischen kurz Zeit für Smalltalk. Wahnsinn, eine Tonne Marillen wurde in diesem einen Restaurant im Vorjahr verarbeitet, aus 10.000 Stück davon wurden Marillenknödeln gemacht und das nur während der einen Saison. Die herrlichen Früchte werden nur ganz frisch verarbeitet, das heißt, dass es Knödel nur während der Zeit der Marillenernte gibt. Wir müssen die Feste feiern wie sie fallen - einen Marillenknödel bitte für Ewald und ich nehme 2 Palatschinken mit selbstgemachter Marillenmarmelade. Ja bitte, einen Marillenbrand von der Edelbrennerei Engel in Krems würde gut dazu passen. Mmmh, kulinarisch sind wir jetzt wieder sehr verwöhnt worden, das verlangt dringend einen Verdauungsspaziergang. Das Gewitter ist weitergezogen, die Abendstimmung ist einmalig und wir spazieren über den Kirchenplatz zurück ins Hotel. Spannend, manche Marillenbäume sind rappelvoll mit Früchten, auf anderen finden sich dagegen kaum welche. In jedem Fall ist heuer ein spärliches Marillenjahr.

 

Der Abend und der herrliche Garten laden noch zum Verweilen in familiärer Atmosphäre ein. Prost, danke für den schönen Tag.

 

Wanderung durch die schönsten Rieden

 

16. Juli 2020

6 Uhr. Ich bin neugierig. Regen war angesagt. Ich mag Regen, heuer ist MEIN Sommer, aber heute wollen wir wandern und da wäre mir trockenes Wetter doch lieber. Ich schiebe vorsichtig den Vorhang zurück und freu mich. Gut schaut es aus, vielleicht dürfen wir sogar mit etwas Sonne rechnen. Ich starte also schon fröhlich in den Tag.

 

Das Frühstück im Stammhaus Donabaum ist liebevoll vorbereitet, alle meine Wünsche und Vorstellungen werden erfüllt und als i-Punkt kommt noch der gemütliche Garten in dieser idyllischen Gegend dazu.

 

Einmal um den Tausendeimerberg, das war der Plan für den Tag, aber das scheint mir heute nahezu lächerlich und keinesfalls eine Herausforderung.  

Wandermöglichkeiten gibt es viele in Spitz und Umgebung, heute will ich der Weinflasche folgen. Der gut beschilderte Weinwanderweg führt uns vielleicht durch die schönsten Rieden und bietet wahrscheinlich auch mehr Abwechslung.

 

Wir starten bei Sonnenschein und tatsächlich führt uns der Weg bald durch die Rieden der Gemeinde Spitz. Die asphaltierten Straßen werden schmaler, werden abgelöst von unbefestigten Wegen und ... sind wir da noch richtig? Muss ich da wirklich rauf?  frage ich Ewald, als ich nur mehr einen sehr steilen Steig vor mir sehe. Zweifel über die Richtigkeit des Weges gibt es aber keine, die Beschilderung ist gut und eindeutig. Puh!!, ich denke kurz an meine Knie, atme tief durch und gehe zügig los, folge dem steilen Pfad durchs Gebüsch. Kurz innehalten und mit einem neuerlichen Energieschub geht’s weiter. Super, das war wirklich nur ein kurzes Stück und schon habe ich es geschafft und es hat sich gelohnt. Ein kleines Marterl beim Roten Tor steht an der Stelle, von der wir einen wunderschönen Blick auf Spitz haben. Ein paar Fotos und dann geht’s schon weiter. Dunkle Wolken sind aufgetaucht und daher wollen wir nicht trödeln. Bergab, bergauf, Asphalt, Wiese ... unser kurviger Weg ist sehr abwechslungsreich und zu der einzigartigen Landschaft gibt es noch Informationen zum Weinbau und den Trauben. Ich staune, da lese ich von Trauben, von denen ich nie vorher gehört habe. Ist aber kein Wunder, ich bin schließlich absolut keine Weinkennerin.

 

Weiter gehts und nach einer weiteren Kurve, die uns zum höchsten Punkt unserer Wanderung führt, finden wir einen ganz zauberhaften Platz mit Holzliege.... Nein, wir gehen jetzt nicht weiter, hier machen wir eine kleine Pause und genießen den Augenblick und die Aussicht, bestimme ich einfach. Herrlich ... genießen und glücklich sein ... so geht‘s.

 

Weiter gehts durch die Rieden abwärts zurück auf Asphalt und bald haben wir wieder unseren Ausgangspunkt erreicht. Das war wirklich eine schöne Wanderung, aber keinesfalls so einfach wie in der Beschreibung und unsere guten Wanderschuhe waren gute und notwendige Begleiter.

 

Was wäre es mit einem Getränk im Film-Hotel Mariandl? Ich lade dich ein. Da bin ich gleich dabei und wir spazieren weiter ans östliche Ende von Spitz. Die ehemalige Filmkulisse scheint geschlossen zu sein. Ja, ich sehe schon die Tafel, ab 18.7. gehts erst wieder los. Schade. Wir finden eine gute Alternative und freuen uns über Kaffee und typische Mehlspeisen aus der Region. 

 

Müde erreichen wir das Hotel. Ich bin zwar nur ca. 9 km gewandert, aber das stetige Auf und Ab hat mir doch mehr Energie abverlangt als ursprünglich gedacht. Hast du es gespürt? die ersten Regentropfen landen auf meiner Haut. Perfekt. Zeit zum Duschen, ausruhen, ... das schöne Zimmer genießen. Den Spaziergang zur Burg und um den Tausendeimerberg heben wir uns für morgen auf.

 

Die Zimmer im WeinSpitz sind modern, geschmackvoll, praktisch und ohne Schnickschnack, dazu kommt eine herrliche Aussicht vom Balkon über den Pool auf die Weinberge. Die Transparenz im Badezimmer ist allerdings für mich etwas gewöhnungsbedürftig – ich muss Ewald nicht am WC sehen können, aber das lässt sich auch vermeiden. Passt also!  Von mir gibt es in jedem Fall 100 Punkte! Selten habe ich so eine gelungene Kreation erlebt, eine Harmonie von Landschaft, Architektur und Familie. Dazu darf ich herzlich gratulieren.

 

Heute wollen wir ganz typisch in einem Weingut essen. Mal sehen, bei wem „ausg'steckt is“, welcher Heurige heute geöffnet hat. Sehr schade, dass im „Strawanzer“, im Heurigenlokal der Familie Donabaum, erst wieder Ende Juli ausgeschenkt wird. 
 

Es regnet wieder, wir entscheiden uns für einen kurzen Weg und finden Platz auf der Terrasse unterm Dach im Heurigenrestaurant Gruber. Bei Schweinsbraten und Wein haben wir einen schönen Blick auf die Ruine. Uns gefällt das. Ja gibt es das? Eine Gruppe neuer Gäste biegt um die Ecke und tatsächlich sind das Bekannte aus dem Heimatort. Witzig!

 

Bald sind wir retour im Hotel und somit in der sehr gemütlichen Panorama Lounge mit Blick in den Garten. Hier wollen wir noch ein Gläschen … oder zwei … der edlen Weine des Hauses probieren. Federspiel, Smaragd, … ausschließlich hochwertige Weine, edle Tropfen. Trinkst du ein Glas mit mir? Ewald weiß, dass ich normalerweise keine Weine trinke. Natürlich, sage ich ihm, nirgends passt es besser als hier und die Qualität ist hochwertig. Ui, hätte ich nicht gedacht, dass mir vor allem der Chardonnay sehr gut schmeckt.

 

Ja gibt es das?  In der Vitrine entdecke ich Marillenkuchen mit Schaum. Mmmmh, besser geht es wirklich nicht mehr. Die Oma des Hauses hat den Kuchen gebacken und ich kann nicht widerstehen … und bereue nichts! Er ist einmalig!!!! Im absolut gemütlichen Ambiente des Boutiquehotels WeinSpitz lernen wir nach und nach alle Familienmitglieder im Rahmen ihrer Tätigkeiten kennen. Sehr sympathisch. Hier kann man sich nur wohlfühlen.

 

Wieder war es ein sehr angenehmer Urlaubstag, den wir gerne in Erinnerung behalten.

 

Rund um Spitz

 

17. Juli 2020

Der Tag beginnt mit einer Nachricht von der Familie… Trotz schlechtem Wetter einen schönen Tag … Hm? Gut gemeint, aber wo ich bin, da ist es schön. Nein, so ist das nicht ganz, aber 1. sehe ich schon blauen Himmel und 2. fühle ich mich bei angeblich schlechtem Wetter viel wohler als bei Hitze. Liebe Grüße an der Stelle auch an Ö3, die mich manchmal mit dem Wettergejammere nerven. Ich mache ein Beweisfoto vom perfekten Himmel für die Familie und bedanke mich.

 

Mmmm, das Frühstück weckt Vorfreude in mir. Nach dem ersten kulinarischen Genuss des Tages machen wir uns auf den Weg zur Ruine Hinterhaus, ehemaliger Verwaltungsmittelpunkt und Kontrollpunkt des Donautales.

 

Das ist nicht weit. 15 Minuten sind angegeben. Wir spazieren gemütlich los, genießen Landschaft und Natur, kommen mit einer Dame ins Gespräch. Nehmen Sie den Weg über das Schifffahrtsmuseum, dort haben Sie keine Stufen, der ist schöner zu gehen, rät sie uns. Danke vielmals. Wir drehen um, freuen uns über den Anblick des schönen Gebäudes, in dem das Schiffahrtsmuseum untergebracht ist und nehmen dann den Weg links mit sanfter Steigung durch einen kleinen Wald. Es dauert sicher keine 15 Minuten, wir sehen vorerst nur eine Bank und dann stehen wir auch schon am Fuße der Ruine mit vorgelagertem Weingarten. Ein malerischer Anblick und herrlicher Aussicht auf die Donau und auf den Tausendeimerberg. Herrlich!

 

Wir nehmen denselben Weg retour und steuern direkt Richtung Tausendeimerberg, den wollen wir heute umrunden. Meine Knie sind in relativ gutem Zustand, aber überfordern will ich sie nicht. Der Rundweg scheint gut zu passen, das Wetter auch. Sicherheitshalber habe ich mich aber für die dünne Regenjacke entschieden, die bei Sonnenschein zu warm ist, wie sich bald herausgestellt hat.

 

Schön zu gehen ist dieser Weg. Wir freuen uns über die Aussicht, die Zeit in Spitz, die Fauna, die fantastisch grünen Weinberge, die sich im Juli üblicherweise nicht so saftig grün präsentieren, aber der viele Regen hat heuer vieles verändert.

 

Da ist eine Weggabelung. Hm? Müssen wir wirklich da runter? Ja, ganz eindeutig. Ui, wir wandern auf den Mauern in den Rieden. Kann das sein? Irgendwann stehen wir an. Ein paar Steinstufen führen nach oben, ein paar nach unten, einladend ist anders. Nein, da gehe ich lieber zurück. Auch der andere Weg lässt uns schlußendlich umdrehen. Oje, sind wir an diesem Hügel gescheitert? Nein! Wir versuchen es jetzt einfach von der anderen Seite.

Oops, die Jacke hat doch ihre Berechtigung.

 

Ausgewandert für heute. Frisch machen und essen gehen. Ich habe Lust auf frischen Fisch und danach den Tag im Hotel mit einem Gläschen ausklingen lassen. Super. Genauso machen wir das.

 

Jetzt ist es doch kühl geworden und wir gehen relativ schnell Richtung Donau, dort haben wir heute einen Tisch im Restaurant reserviert, es ist ein langjähriger Familienbetrieb mit wunderschöner Terrasse. Ich freu mich, vielleicht ist sogar auf der Terrasse gedeckt. Ich habe Pullover und Jacke dabei. Es müsste gehen.

 

Grüß Gott, danke für den Anruf, wir haben drinnen oder draußen einen Tisch für Sie reserviert, werden wir freundlich begrüßt. Das ist aber nett, denke ich mir und nach kurzer Absprache mit Ewald entscheiden wir uns für draußen. Aha, wir sind aktuell die einzigen Gäste auf der Terrasse. Ich bestelle eine Forelle im Ganzen gebraten und freue mich, mein Sonderwunsch bei den Beilagen ist perfekt erfüllt worden. Zum Glück kann ich Fische filetieren, Hilfe dazu wurde heute nicht angeboten.

 

Das Essen war gut. Frische Marillenknödel aus der Wachau und in der Wachau, das ist immer sehr verlockend und wir geben die Bestellung für eine Portion auf. Langsam wird mir kalt, die Wolken am Himmel haben sich verdichtet und wir müssen jeden Augenblick mit Regen rechnen. Weitere Gäste haben ebenfalls auf der Terrasse Platz genommen und das Personal ist gut beschäftigt. Mittlerweile friere ich und frage daher mal nach, 10 Minuten sind seit der Dessertbestellung vergangen. Darf ich fragen, wann bitte die Nachspeise serviert wird? Scheinbar ist jetzt die Praktikantin für uns zuständig. 20 Minuten wird es schon noch dauern, sagt sie uns schüchtern. Was? 20 Minuten noch? Dürfen wir diese Bestellung stornieren? Da muss ich fragen. und geht Richtung Küche. Das geht leider nicht mehr, Ihr Dessert ist schon boniert. Hm? Wie bitte? Dann stornieren Sie doch bitte den Bon? Ich glaube, das geht nicht. Dann fragen Sie bitte Ihre Chefin. Ein unnötiges Hin und Her, schlußendlich einigen wir uns, die Bestellung wird storniert, wir zahlen und spazieren zurück zum Hotel und verbringen dort einen sehr gemütlichen Abend, tratschen mit der Familie und … ein Höhepunkt … Omas Marillenschaumkuchen ist mir noch in bester Erinnerung und ich habe die Chance, mich persönlich bei der Köchin zu bedanken. Sie freut sich und sagt mir genau, wie sie den gemacht hat.  6 Eier, Zucker, … und ich schreibe mit …. Ich hätte mich nicht getraut sie nach dem Rezept zu fragen. Ich bin happy! Dankeschön.

 

Ja bitte, ich will auch noch den Sauvignon blanc Smaragd probieren und bestelle ein Glas. Ewald versteht die Welt nicht mehr – seit wann trinkst du Wein? Seit gestern!  Er schmeckt mir wirklich und ab und zu in der Gesellschaft passt das ganz gut, wenn ich das eine oder andere Gläschen genieße. Prost!

Die Zeit verfliegt in der netten Gesellschaft. Schade, der letzte Abend in Spitz ist zu schnell gekommen, aber wir kommen sicher im nächsten Jahr wieder, haben auch schon gebucht.

 

Das monotone Geräusch der Regentropfen, die auf die Terrasse prasseln, lässt mich zufrieden einschlafen.

 

Danke, schön war's

 

18. Juli 2020

Ganz frische, von der Chefin selbstgemachte Marillenmarmelade zum Frühstück … mmmh, köstlich … dazu Brioche. Was will ich mehr? Guten Morgen, das mit den Marillen klappt, Opa hat noch welche gebracht. Juju, ich freu mich sehr über die Nachricht von Frau Donabaum. Heurige Marillen aus der Wachau zu bekommen grenzt fast an ein Wunder und die sind noch dazu zu 100 % ohne Chemie. Besser geht es nicht! Der bestellte Wein ist auch schon zum Heimtransport vorbereitet. Super.

 

Wir verabschieden uns mit guten Wünschen für die ganze Familie Donabaum und freuen uns über das Glas frischer Marillenmarmelade. Vielen Dank für die ehrliche Gastfreundschaft, es hat uns super gut gefallen. Bleiben Sie gesund und hoffentlich wird das Wetter optimal für den heurigen Wein. Wenn alles nach Plan läuft, sehen wir uns 2021 wieder.

 

Jetzt geht’s nach Mautern, die bestellten Schaumrollen warten schon. Es regnet und regnet, auf der Autobahn gab es heute schon viele Unfälle auf unserer Strecke, wir nehmen daher die Bundesstraße, kaufen noch Gelierzucker und 2 Stunden später sind Marillen und Zucker bei Helene, wir behalten eine Schüssel der köstlichen Früchte für Kuchen und zum Naschen.

 

Am späten Nachmittag ruft Helene an, die Marmelade ist wieder sehr gut gelungen, ich kann die Gläser jederzeit abholen. Ein Foto davon schickt sie über WhatsApp. Mir geht’s richtig gut. Danke an alle, die das möglich machen.

 

Schön, dass du mich in die Wachau begleitet hast. Wohin geht‘s als nächstes? Wir wissen es noch nicht. Schau einfach wieder mal auf meine Website oder schreib mir … freue ich mich.

 

Alles Gute. Schönen Sommer.

Bis bald.

Eure Rena

 

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© Rena Hackl | 4320 Perg | mail@renahackl.at | foto@renahackl.at