Gran Canaria - eine Insel wie aus einem Märchen.

 

Bin ich bereit für die Insel?

Ist die Insel bereit für mich?

 

Dezember 2021

Wir sind dankbar, dass wir bisher gut durch die Pandemie gekommen sind, aber langsam wirds Zeit für Tapetenwechsel, für Sonne, Strand und Meer.

 

Der Flug nach Dubai aus 2020 ist bezahlt, aber noch nicht konsumiert. Wäre das was für März 2022? Wir informieren uns und entscheiden uns ... jetzt ist nur noch die Hotelfrage zu klären. Zum Glück gibts Google Maps und ich checke noch die Lage der ausgewählten Hotels auf der Palme ... Hoppala, was ist das für Hinweis ... oh! Corona schränkt die Besucher noch ziemlich ein, Maskenpflicht im Freien. Das ist nicht das, was ich mir bei über 30 Grad wünsche. Was machen wir jetzt? Die Expo in Dubai, auf die ich mich sehr gefreut hätte, muss wohl auf mich verzichten. Hm? Der Verzicht ist wohl eher auf meiner Seite, aber ein Urlaub in den Emiraten fühlt sich momentan nicht gut an.

 

Na gut, dann lass ich mich überreden und wir buchen Gran Canaria.

Die Kanaren haben bei mir kein gutes Image. Auf Teneriffa haben wir vor Jahren schlechte Erfahrungen gesammelt (das war v.a. dem Wetter geschuldet) und Gran Canaria ist für mich eher ein Pensionistenparadies. Ja, bald werde auch ich in dieser Ziel- bzw. Altersgruppe spielen, aber momentan fühle ich mich noch nicht bereit für die Insel.

 

Ich werde mich einfach überraschen lassen. Auf der offiziellen Homepage lese ich ...

Gran Canaria ist ein großer kleiner Kontinent mit Jahrhunderte alter Geschichte und beeindruckend schönen Landschaften. ... Die Insel der tausend Gesichter: hinter jeder Wegbiegung eine neue Landschaft.

 

Klingt ja wirklich vielversprechen ... also ab ins Reisebüro und 1 Woche Playa del Inglés buchen.

 

Gran Canaria, der Kontinent im Miniaturformat, erwartet unsere Ankunft.

 

5. März 2022

Wirre Träume, unruhiger Schlaf. Scheinbar geistern noch die Spätnachrichten durch meinen Kopf … Panzer, AKWs, Schutt und Asche, darüber kreist die Corona-Wolke … tatsächlich keine leichte Kost für einen erholsamen Schlaf.

 

Der Wecker meldet sich verlässlich, ich fühle mich gerädert und schlapp. Urlaubsfeeling ist anders. Nein, moralische Bedenken muss ich auch nicht haben, es würde niemand davon profitieren, wenn ich daheimbleibe. Noch einmal kurz umdrehen, schließlich habe ich den Großteil gestern schon gepackt.

 

Die kurze Fahrt von der Wohnung zum Flughafen macht die Anreise angenehmer.

 

Flughafen Linz am Nachmittag. Einige Urlauber tragen Masken, andere scherzen darüber, wieder andere kramen suchend im Rucksack, ziehen eine verknitterte FFP2-Maske raus und ziehen sie schnell an … Natürlich, im Flughafengebäude ist trotz heutigem Freedomday Maskenpflicht und im Flugzeug sowieso.

 

Check-In ist etwas aufwändiger als früher, die speziellen Corona-Einreiseformulare werden streng geprüft, aber es läuft gut und wir steuern weiter zum Security-Check … Jacke ausziehen, Uhr runter, Desinfektionsmittel im mitgebrachten Plastiksackerl, Tasche, … alles in die Box.

Wem gehört diese Tasche?

Das ist meine. Wir haben verbotene Gegenstände am Monitor entdeckt… bitte öffnen Sie Ihr Handgepäck… diese Feile ist verdächtig… nein, die ist ok, die Klinge liegt mit knapp 6 cm im Normbereich … da muss noch etwas anderes sein… vielleicht eine Schere, ein Messer?! Schere habe ich nicht dabei, erkläre ich überzeugt, weiß aber, dass in der uralten Swisscard (gibt es die überhaupt noch?) eine enthalten ist, aber zum „Mordwerkzeug“ taugt die sicher nicht. Noch einmal durchleuchten… wir sehen da eine große Feile… wo ist die versteckt? Ach, die kleine Taschenfeile, die ist nicht mal 4 cm lang und an die habe ich gar nicht mehr gedacht … zum Glück löst sich die vermeintliche Gefährdung meiner Person schnell in Luft auf, die Stimmung ist dabei höflich und entspannt geblieben, trotzdem eher unangenehm für mich.

 

Ein kleiner Espresso verkürzt die Wartezeit, dazu gibts natürlich unsere obligatorischen Mozartkugeln und, rascher als erwartet, werden wir zu Gate 3 zum Einstieg gebeten. Gatenummer wäre eigentlich egal, unser Flug ist heute am Nachmittag scheinbar der einzige. Wir besteigen die Maschine der corendon Airlines als erste Gäste, Boarding ist rasch completed und dann beginnt die Wartezeit bis zur pünktlichen Abflugzeit. Verstehen muss ich das nicht, aber egal, soll so sein. Der Flug ist angenehm mit einem fantastischen Blick auf die verschneiten Alpen, die Flugzeit beträgt 4 1/2 Stunden und wir landen oünktlich in Las Palmas. Der Himmel ist mit dunklen Wolken verhangen und sehr starker Wind lässt die Maschine schwankend, aber trotzdem relativ sanft, am Boden aufkommen. Geschafft.

 

Die Koffer erwarten wir auf Band 34. Zur Überbrückung der Wartezeit gibt es Rätseln unter dem Anzeigemonitor zu lösen. Ich finde das eine witzige Idee und mache mich gleich auf Fehlersuche … 7 Fehler wurden eingebaut und es ist nicht leicht, die alle zu finden. Mit Ewalds Hilfe ist es gelungen. Bei Band Nr. 35 sind Wörter zu finden. Schau, da kommen schon unsere Koffer. Durch die bunten Koffergurte können wir sie schnell identifizieren. Scheinbar nichts kaputt. Super. Und jetzt zum Transfer. Wir entscheiden uns für den Bus. Abfahrt A2.

 

Der Koffer wird verstaut, wir nehmen die Plätze ein und warten. Ein Gast nach dem anderen steigt ein, fast alle tragen Masken, aber FFP2-Masken sind fast in der Minderheit. Tja, langsam könnte der Bus losfahren … tut er aber nicht … wir fragen mal vorsichtig nach .. nein, es wird noch dauern, noch sind nicht alle Plätze besetzt. Ich bereue es schon, dass wir kein Taxi genommen haben. Schlussendlich sitzen wir eine Stunde im Bus und kommen erst 2 ½ Std. nach der Landung im Hotel an. Wir werden nett begrüßt und auf die eher strengen Corona-Maßnahmen hingewiesen. Alles gut.

 

Jetzt haben wir uns noch einen kleinen Absacker in der Hotelbar verdient … Livemusik … wenig Gäste und bald hört die Musik zu spielen auf und wir können im Zimmer im 14. Stock (solche Klötze mag ich nicht, hier an der Playa ist das aber so) müde ins Bett fallen.

Gute Nacht.

Eure Rena

 

Morgenstund

 

6. März 2022

Verrückt!! Am eigentlich 1. wirklichen Urlaubstag WECKT uns leise Handymusik. Aufgrund der Corona-Maßnahmen musste die Frühstückszeit exakt gebucht werden. Um halb 9 war nichts mehr frei, also Tagwache während der gesamten Urlaubswoche um halb 8, damit wir um 8:15 Uhr pünktlich im Frühstücksrestaurant sein können.

Heute hat sich das relativ frühe Aufstehen ausgezahlt. Vom Balkon aus kann ich beobachten, wie der Tag am Strand beginnt, freu mich über einzelne Szenen, die es später nicht mehr geben würde und schlussendlich war ich auch beim Sonnenaufgang dabei.

 

Das Angebot am Buffet ist groß und hurra, es gibt Fuet, meine geliebten spanischen Würste, die ich vor Jahren in Sevilla entdeckt habe.  Mhh, sehr köstlich. Wir nehmen uns ausgiebig Zeit für unser Frühstück und dann ziehen wir los, wollen die Umgebung entdecken. Puh, ganz schön warm ist es schon. Besser, wir ziehen uns um und spazieren in lockerer Kleidung den Strand entlang.

 

Die Ruhe von heute Morgen hat sich in belebte Strandatmosphäre verwandelt. Kinder bauen Sandburgen, spielen Ball, oder Leute rekeln sich einfach im Sand. Witzige Gestalten in sehr lockerer Stimmung. Es ist angenehm zu gehen am breiten Strand von Maspalomas, zu den berühmten Dünen ist es nicht mehr weit und ich freu mich auf dieses Stück Natur, das jeden Gran Canaria-Besucher fasziniert. Und da sind wir auch schon mittendrinnen.

 

Puh, für mein Knie ist das Gehen im losen Sand nicht gerade gut geeignet, aber es soll ja kein Wandertag werden. Der Wind bläst mir den Sand ins Gesicht, durstig bin ich auch. Oje, Ewald hat es gerade nicht einfach mit mir. Sorry, aber so war unser kleiner Ausflug nicht gedacht. Ich war für einen Spaziergang ZU den Dünen und nicht IN den Dünen vorbereitet. Außerdem, das sehen wir erst später und macht auch Sinn, sind Wanderungen durch die Dünen abseits der dafür adaptierten Wege, streng verboten. Wir sind hier aber hier nicht die einzigen, die planlos durch die Dünen stapfen. Fesch. Braungebrannt, sportliche Figur, Strandtuch unterm Arm … ein Nudist spaziert ganz locker, stolz und fröhlich und ganz allein durch die Dünen. Aha, denke ich mir, ist vielleicht doch was dran an den Geschichten, die sich abends zwischen den Sandhügeln abspielen und nein … für mich wäre das nichts … überall Sand … ist nicht meins. Nur, dass du nicht auf falsche Gedanken kommst.

 

Froh bin ich, als ich wieder befestigten Boden unter den Füßen habe, und so schlendern wir gemütlich zurück ins Hotel und genießen die Annehmlichkeiten am Pool.

 

Noch einige Infos zu den Dünen.

Beeindruckend, faszinierend und ein wahres Wunder der Natur sind die Dünen von Maspalomas, die sich über 6 km Länge zwischen Playa del Ingles und dem Leuchtturm von Maspalomas in einer Breite von ca. 2 km erstrecken. Ob die Dünen durch Erosion oder einem Tsunami entstanden sind, dazu gibt es nur Theorien. Egal! Ein einmaliges Erlebnis sind sie in jedem Fall und es ist fantastisch, dass wir sie besichtigen können.

 

Um 18:15 sollen wir die Reiseleiterin treffen. Solche Zwangsbegegnungen im Urlaub mag ich gar nicht, aber Ewald freut sich, wenn ich dabei bin und vielleicht ist so ein kurzer Termin doch irgendwann ganz informativ. Ja, könnte sein, aber heute ist nicht der Tag dafür. Nur ein kleines Beispiel. Auf die Frage nach Restaurantempfehlungen schlägt sie Essen in Supermärkten vor, auf Gran Canaria wären übliche Lokalbesuche unüblich. Genau! Dafür hat sie eine geniale Empfehlung.  Nehmen Sie sich Wasser und eine Banane vom Buffet mit, wenn Sie die Insel erkunden möchten. Danke vielmals für den Tipp. Auf Wiedersehen, muss aber nicht sein!

 

Wir brauchen die Reisebürodame nicht, Ewald hat, wie immer, einen Lokaltipp in petto und wir steuern schnurstracks zum 1. Restaurant unserer Wahl ... Treppen runter, Treppen rauf, endlich sind wir da und der erste Eindruck sagt mir, dass die Location ganz unseren Vorstellungen entspricht. Buenas noches, ¿tiene una reserva? Nein, leider, reserviert haben wir nicht. Vielleicht in 45 Minuten oder doch erst in 1 ½ Stunden … früher haben wir keine Chance auf einen Tisch. Schade, heute hat es nicht geklappt, aber in jedem Fall wollen wir in dieser Woche hierher zurückkommen.  Super, am Donnerstag ist noch was frei, wir reservieren umgehend und freuen uns drauf.

Sehr nett, zum Abschied bekommen wir noch Restaurantempfehlung als Alternativen, gleich mit Markierungen am Stadtplan und Bildern aus dem Internet. Alle klingen ausgezeichnet, sind aber weit entfernt … Wir unterschätzen die Wegstrecke, die wir zu Fuß zurücklegen wollten und geben schließlich auf, rufen ein Taxi zum Hotel und essen dort. Die Taxis sind preislich sehr interessant und sind daher für Urlauber eine gute Option zu den Öffis.

 

Wieder war es ein schöner Tag, aber anstrengend. Ich halte noch meine heutigen Erlebnisse fest und freu mich auf eine gute Nacht und das Frühstück und … Außerdem bin ich dankbar hier auf Gran Canaria sein zu dürfen.

 

Bemerkenswert an der Playa ist die Sauberkeit und die Barrierefreiheit und auch die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit im Service. Gran Canaria ist in jedem Fall einen Besuch wert, für mich reicht es aktuell, die Insel erlebt zu haben, für einen wiederholten Aufenthalt sehe ich derzeit noch kein Potential. Warum? Vielleicht bin ich noch zu jung oder schon zu alt … ich tu mir schwer, hier meinen Platz zu finden. Auch Gran Canaria passt nicht für jeden Urlauber und nicht jeder Urlauber passt nach Gran Canaria. Mehr will ich dazu gar nicht sagen … Aber wer weiß, wie sich die Woche noch entwickelt. Bist du auch schon gespannt? Begleite mich gerne weiter.

 

Müde

 

7. März 2022

Bis 2 Uhr hat die Musik gespielt und ich rede nicht von 2 Uhr mittags. Kann man das Geschreie und Getrommle überhaupt Musik nennen? Ich weiß es nicht.

 

Gar nicht viel darüber nachdenken, das Frühstück wartet und damit auch meine Würstchen. Mmmh.

 

Nach dem ausgedehnten Spaziergang am Strand, wieder haben wir einen guten Eindruck von der Sauberkeit gewinnen können, geht’s zurück ins Hotel bzw. an den Pool. Heute ist es bewölkt und etwas windig, was mich zeitweilig frösteln lässt. Mein Hörbuch unterhält mich prächtig, der Sangria an der Bar schmeckt auch gut und trotzdem ziehe ich mich bald zurück, um mich auf den Abend im Fischrestaurant fertig zu machen. Ich freu mich drauf.

 

Ein Taxi bringt uns zum Lokal Rias Bajas, eine der gestrigen Empfehlungen. Wir werden freundlich erwartet, ein bisschen deutsch spricht hier wohl jeder in der Tourismusbranche, und schon hat man Themen für einen Smalltalk. Das Speisenangebot ist sehr gut und ich entscheide mich für Pulpo als Vorspeise, eine Art Thunfisch (nur saftiger) als Hauptspeise und hausgemachtes Feigeneis mit Kaffee zum Dessert. Ja, stimmt, klingt viel und es war auch sehr viel, aber sehr köstlich. Die 1,1, km zurück zum Hotel haben wir zu Fuß zurückgelegt und dabei einen Minigolfplatz entdeckt, der wirklich sehenswert ist, ansonsten nur Shoppingcenter und Hotelklötze. Morgen klappern wir einige Highlights der Insel ab. Ich bin gespannt.

 

Um Mitternacht höre ich schon wieder bzw. noch immer die monotonen Klänge von den Restaurants an der Playa. Was kann ich tun? … versuchen zu schlafen!!! Also ab unter den Kopfpolster.

 

Kontraste

 

8. März 2022

Ramba Zamba bis in der Früh. Langsam frag ich mich, wo ich hier bin, fühlt sich fast wie Ballermann an … ich war zwar nie dort, aber so stell ich mir das vor.

 

Ich lass mir aber meine gute Laune nicht verderben, die Sonne lacht und heute wollen wir was von der Insel sehen. Tomaten, Honigrum, Kultur und mehr, das steht auf unserem Programm.  Nach dem Frühstück geht’s auch schon los Richtung Norden ins Tomatenmuseum Museo de La Zafra in Vecindario, in der Gemeinde Santa Lucia.

 

Saftig, süßlich, sehr beliebt und gesund, ideal für Salate, die 4-5 cm großen Tomaten gehören neben Bananen zu den wichtigsten Exportgütern der Kanaren und werden seit bereits 125 Jahren auf den Kanaren angepflanzt.

 

Tatsächlich gab es für mich viele neue Informationen über die Kultivierung der Tomaten, aber auch über die Arbeit der Tomatenbauern. Durch die Exportbeschränkungen der EU hat sich die ursprüngliche Anbaufläche drastisch verkleinert. Wir werden durch 12 Hallen geführt und ganz sicher habe ich viele Details über die köstlichen Früchte überhört. Wer mich schon länger begleitet weiß sehr gut, dass ich bin für Führungen nicht besonders geeignet bin. Als Kostprobe, und das war wieder mehr meine Welt, wird im Museo de La Zafra Weißbrot mit Olivenöl, einer Scheibe Tomate und Salz bzw. Kräuter. Schmeckt ausgezeichnet.

 

Sonne, ein paar Wolken, wenig Wind, das heutige Ausflugswetter ist perfekt und ich kann mir vorstellen, dass die Aussicht vom Caldera de Bandama herrlich sein wird. Noch eine Kurve, üppige Vegetation, wieder eine Kehre. Über Serpentinen, entlang von Weinbergen, schlängelt sich der Bus hoch auf den 575 Meter hohen Pico de Bandama. Ich kann schon gar nicht mehr runterschauen, aber alles läuft gut, unsere Fahrerin, die noch relativ jung sein dürfte, macht einen tollen Job und dafür bin ich sehr dankbar. Oben angekommen eröffnet sich ein 360 Grad Rundumblick und wir sehen nicht nur den größten Vulkankrater der Insel (200 Meter tief, Durchmesser ca. 1.100 Metern), sondern haben fantastische Aussicht auf auf den gesamten Norden Gran Canarias und Las Palmas, die Hauptstadt der Insel und das Umland mit dem Kontrast von Bergen und Meer.

 

Und schau, da ist auch der Golfplatz, von dem wir schon mehrmals gehört haben. Seitlich des Kraters sehe ich die sehr gepflegten Fairways vom ältesten Golfclub Spaniens, dem Golfplatz “Real Club de Golf Las Palmas”. Der grüne Rasen bildet zusätzlich einen schönen landschaftlichen Farbkontrast.

 

An diesem wunderbaren Ort könnte ich mich gedanklich verlieren, aber unser straffes Tagesprogramm drängt zur Weiterfahrt nach Arucas, wo wir 12 km von Las Palmas entfernt die Pfarrkirche San Juan Bautista besuchen. Der weit hin sichtbare Glockenturm ist mit 60 m der höchste Gran Canarias. Auch die dunkle Farbe der Kirche ist auffällig und bemerkenswert. Als Baumaterial verwendeten die örtlichen Steinmetzmeister Lavagestein aus Arucas.

 

Enge Gassen, charmante Läden, Tapas-Bars und vieles mehr, dazu der Schmuck anlässlich des internationalen Frauentages, das Stadtzentrum von Arucas ist denkmalgeschützt und macht Lust auf einen längeren Aufenthalt.

 

Wir müssen leider viel zu früh los, bleiben aber trotzdem in der Stadt. Uns erwartet eine Führung in der der ältesten Rumfabrik der Insel, der Destilerías Arehucas. Angeblich gehört auch das spanische Königshaus zu den Kunden der Destillerie. Eine quirlige Holländerin führt uns durch die Fabrik, erklärt die einzelnen Produktionsschritte, zeigt auch Fässer mit besonderem Inhalt (z.B. 39 Jahr alter Rum) und weist uns auf die Signaturen einzelner Eichenfässer durch Promis hin. Ich habe nachgefragt, bisher hat kein Österreicher ein Fass signiert. Die Menge der lagernden Fässer ist ebenso beeindruckend wie die Abfüll- oder die Kesselanlage. Insgesamt beschäftigt die Fabrik nur 100 Mitarbeiter. Beendet wird die Führung mit einer Rumverkostung. 4 Sorten darf jeder Gast probieren und ich staune, ich konnte mir bisher keinen Honigrum oder Bananenrum vorstellen und das sind nur 2 Beispiele aus der Produktpalette. Prost. Schmeckt gut.

 

Vom Rum führt die Fahrt zum Wasser und ich kann mir wenig vorstellen unter dem Begriff Wasserstadt. Ich lass mich überraschen und bin überrascht. Klein, aber oho. Firgas, die kleinste Gemeinde der Insel präsentiert den Brunnen Paseo de Gran Canaria, der den Wasserreichtum darstellen soll und in dem das Wasser kaskadenartig nach unten sprudelt. Seitlich davon sieht man kleine Bänke mit den Wappen aller Gemeinden von Gran Canaria und einem dazugehörigen typischen Bild. Diese Bilder sind aus Fliesen aus Sevilla hergestellt.

 

Oberhalb des Brunnens fasziniert uns die Gasse Paseo de Canaria. Hier sind die sieben Kanareninseln mit ihren jeweiligen Wappen auf den Stufen der Treppen als Reliefs nachgebildet. Ja, auch der Besuch in Firgas hat sich gelohnt.

 

Langsam macht sich Hunger breit und es trifft sich gut, dass die nächste Station ein gemütliches Landrestaurant ist, in der in erster Linie typische Inselgerichte angeboten werden. Wir entscheiden uns beide für eine Gemüsesuppe, die sehr üppig ausfällt, mit Fisolen, Bohnen, Kartoffeln, … Ewald findet besonders die landestypische Nachspeise sehr schmackhaft und gut, ist irgendeine Creme aus Mais, ich bleibe lieber bei Karamellpudding.

 

Siesta wäre jetzt schön, aber dafür ist keine Zeit, denn es geht weiter zu unserem nächsten und letzten Programmpunkt für heute. Wir fahren nach Teror. Die Stadt, die nach der Marienerscheinung im Jahre 1481 gegründet wurde, gehört zu den ältesten Städten der Kanaren. Historische Holzbalkone, die früher Statussymbole waren, prägen das Erscheinungsbild des Wallfahrtsorts. Am Sonntag findet in Teror ein beliebter Markt statt, auf dem Schmuck, Handwerkskunst und lokale Produkte und Spezialitäten wie die schmackhafte Paprikawurst Chorizo und die beliebten Backwaren Mantecados, Truchas, Mazapanes und Roscos de Anís verkauft werden.

 

Der Besuch in Teror war ein schöner Abschluss des Ausfluges und jetzt geht’s ca. 40 Fahrminuten zurück nach Playa del Ingles.

Es war ein gelungener und interessanter Tag. Gran Canaria hat tatsächlich tausend Gesichter: hinter jeder Wegbiegung eine neue Landschaft. Langsam werde ich Fan dieser Insel.

 

Nein, jetzt ist auch keine Zeit für Siesta, jetzt geht’s zur Dünenlandschaft. Ich will die Dünen auch im Licht der untergehenden Sonne sehen und auch das zahlt sich aus … und im Anschluss gönnen wir uns ein Gläschen Cava mit Oliven. Herrlich! Prost, auf den schönen Tag.

 

Es ist bereits dunkel, als wir über die Promenade zum Hotel zurück spazieren. 18.000 Schritte bis jetzt, fast ein sportlicher Tag, ich werde hoffentlich, trotz Musik von der Straße, gut einschlafen können.

 

Las Palmas, spannende Hauptstadt Gran Canarias

 

9. März 2022

Leise höre ich angenehme Musik aus dem Handy … mein Wecker … super, ich habe offenbar gut und fest geschlafen. Langsam wacht auch mein Kopf auf. Von daheim kamen nicht wirklich gute Nachrichten, wie wird’s denen gehen? Wie gehts meinen Beinen? Die machen leider auch Sorgen. Onkel Rudi hat heute Geburtstag, ich werde ihm eine Nachricht mit Urlaubsgrüßen schicken. Genug gegrübelt, wir wollen heute nach Las Palmas, die Stadt entdecken.

 

Schnell duschen, frühstücken und dann zum Bus. Hm? Kein Wasser? Sowohl der Wasserhahn beim Waschbecken als auch die Armatur in der Dusche bleibt trocken. Ich versuche es nochmals … nichts … so kann ich nicht fertig werden. Ewald! Ich muss ihn leider wecken und ihm mein Leid klagen, hoffentlich bin ich dabei nicht zu unsanft.

Buenos dias si, ja, wir wissen schon Bescheid und arbeiten an der Lösung. Gracias hören wir die Stimme der Rezeptionistin durchs Telefon.

 

Super, ich bin in time, alles erledigt. Bus Nummer 30 fährt alle 20 Minuten über die Autobahn in die Hauptstadt.  Wenn wir schnell sind, erreichen wir den um 8:40 Uhr. Fast gleichzeitig kommen der Bus und wir bei der Haltestelle an. Super. EUR 12,50 für eine einfache Fahrt für 2 Personen. 2 Haltestelle fahren wir an, bevor wir in äußerst sportlicher Fahrweise über die Autobahn brettern. Las Palmas, wir kommen.

Nach ca. 45 Minuten habe wir unser Ziel im Busendbahnhof erreicht, von hier sind es nur wenige Schritte zur Fußgängerzone und in die Altstadt. Die meisten Geschäfte sind noch geschlossen, erst nach und nach belebt sich Las Palmas de Gran Canaria, so der korrekte Name der Hauptstand, in der ca. 380.000 Menschen leben. Im Jahr 2020 hatte die Insel gesamt 855.521 Einwohner.

 

 Momentan sehe ich vorwiegend geschäftige Leute, die auf dem Weg ins Büro Frühstück kaufen oder mit dem Hund Gassi gehen. Eins fällt schnell auf, mehr als die Hälfte der Passanten trägt Mund-Nasenschutz, also weiß ich, was ich zu tun habe.

 

Da ist ein freundliches Café in der Fußgängerzone, hier wollen wir unsere Zeit in der Stadt planen. Kathedrale Santa Ana, Kolumbushaus, … ist alles in der Nähe unweit voneinander entfernt. Kaffee und das kleine Croissant schmecken gut, wir sind gestärkt für die Highlights der Stadt. Die Temperatur ist angenehm, in der Sonne fast zu warm für eine Jacke, die man im Schatten leicht vertragen kann.

 

Wir schlendern also gemütlich in Richtung der Sehenswürdigkeiten, stauen immer wieder, wie sauber hier alles ist, bewundern einzelne Bauwerke, zum Beispiel das Teatro Pérez Galdós und erreichen die nähere Umgebung der Kathedrale Santa Ana und somit auch die Vegueta, den ältesten Teil der Stadt Las Palmas de Gran Canaria. Auch das Museum in der Casa de Colón, dem Kolumbushaus, wollen wir uns ansehen und mehr über Kolumbus und seine Reisen erfahren. 

Was ist das? Wird hier kontrolliert? Schaut fast so aus. Wir gehen weiter zur Absperrung, bringen zum Ausdruck, dass wir zur Kirche wollen und dürfen passieren. Aber was ist hier los? Absperrungen, LKWs, jede Menge geschäftiger Leute und da fällt es mir wieder ein … wir haben schon erfahren, dass eine prominente Schauspielerin derzeit auf Gran Canaria weilt, um einen Film zu drehen. Angelina Jolie oder Jennifer López, mir war es egal, aber eine von den beiden ist es. Alles klar, es ist J.Lo,, wie meine späteren Recherchen ergeben.

Filmaufnahmen auf Gran Canaria

 

Immer wieder werden wir am Weg zur Kathedrale oder dem Kolumbushaus von Mitarbeitern des Filmteams angehalten. Nein, da dürfen Sie nicht durch. Nehmen Sie bitte die nächste Straße. Es tut uns leid, hier ist gesperrt. Schade, aber wir können das nur akzeptieren, nicht ändern. Natürlich sind wir ein bisschen enttäuscht, hierher werden wir so schnell nicht wiederkommen, wenn überhaupt?!

 

Super, vor uns liegt die Markthalle Mercado de Vegueta und wer meine Reiseberichte verfolgt, der weiß, für Märkte bin ich immer zu haben. Der Markt ist klein, sauber und bietet das übliche Sortiment an Lebensmittel, Fisch und Blumen.

 

Vor der Markthalle hat sich eine kleine Menschentraube gebildet, ein Unfall mit Personenschaden, Polizei ist schon vor Ort, die Rettungskette hat begonnen. Rasch vorbei und zurück zum Busbahnhof. Zum Essen ist es zu früh, aber plötzlich sticht uns eine Eisdiele ins Auge, oh, die haben sogar Preise für ihr Eis bekommen. Das probieren wir aus. Schön präsentierte Ware, wirklich einladend. Ewald nimmt, fast wie immer, Stracciatella und Schoko und ich entscheide mich, auch wie immer, für Fruchteis und bestelle Mango und Golden Edition, was immer das auch sein mag. Es schmeckt köstlich und stellt sich als Kreation aus Vanille, Karamell und Kokos heraus.

 

Auch die Restaurants in den Seitengassen sind alle sehr einladend und verlockend, aber es ist definitiv zu früh und nach dem Eis sowieso, also direkt zum Bus. Müssen wir das Ticket am Schalter kaufen oder ist das auch im Bus möglich? Ewald und ich sind gegenteiliger Meinung. Auf der Anzeigetafel, die uns über die Abfahrten der zahlreichen Busse informiert, finden wir die gewünschte Verbindung und Einstiegsstelle. Bus 30 nach Maspalomas auf Nummer 24. Wir kommen dort an, der Bus fährt ein, einige Fahrgäste warten schon, wir können das Ticket tatsächlich im Bus kaufen, diesmal zu einem Preis von EUR 11,20, merkwürdig, EUR 1,30 günstiger als heute in der Früh, und da starten wir auch schon. Der Fahrer zeigt sich den einsteigenden Fahrgästen gegenüber generell eher mürrisch und sein Fahrstil ähnelt dem seines Kollegen von heute am Vormittag.

 

Im Hotel angekommen bemerke ich, dass die Rötung auf meinem Knöchel alles andere als besser geworden ist, ich suche im Internet nach einer Apotheke, in der deutsch gesprochen wird, werde fündig und mache mich gleich auf den Weg. Es ist nicht weit und der Apotheker erfasst die Situation auf Anhieb. Sonnen- und Sandallergie! Salbe oder Tabletten? Ich nehme Salbe und die Sonnencreme 50+. Nein, die 50 ist der Faktor, keine Altersangabe.

Froh bin ich, dass es nichts Schlimmeres ist. Ich werde die Sonne in den nächsten Tagen meiden und die Rötung stündlich behandeln, so wie es mir empfohlen wurde.

 

Ich bin heute für ein schnelles Abendessen eingestellt und suche ein paar Restaurants in Hotelnähe und staune über das breite Angebot. Ein Lokal neben dem anderen, dazwischen Souvenirshops, Minimärkte und die Bars, die uns mit Musik volldröhnen. Es ist erst 18:00 Uhr und für echte Spanier viel zu früh fürs Abendessen, aber wir sind hungrige Österreicher und freuen uns über die vielen freien Tische. Wir haben ein Restaurant ins Auge gefasst und steuern zielgerichtet darauf zu. Ein Keller freut sich über uns, frühe Gäste bekommen einen guten Tisch und in Corona-Zeiten

ist es von Vorteil, wenn die Nebentische zumindest vorübergehend frei bleiben.

 

Rasch können wir unsere Bestellung aufgeben und es dauert nicht lange, wird auch schon serviert. Meine Fischsuppe schmeckt großartig, geschmackvoll und beinhaltet zahlreiche Meeresfrüchte. Auch Ewald ist zufrieden. Nach und nach kommen mehr Gäste, besonders auffällig sind 2 Paare, die sich erst im Lokal kennenlernen, aber dann laufend über einige Tische hinweg zuprosten und leider zeigt der Alkohol seine Wirkung und von Cheers, Prost wechselt der Trinkspruch zu Nastrovje und das kommt aktuell gar nicht so gut und es ist spürbar, wie sich die Stimmung im Restaurant verschlechtert.  Ich bin froh als wir draußen sind und gemütlich zurück ins Hotel spazieren. Noch die Beine eincremen. Ich bin gespannt auf die Wirkung und werde den Tag gemütlich ausklingen lassen.

 

Macht es euch auch gemütlich. Schönen Abend.

 

Urlaub ist zum Relaxen da

 

10. März 2022

Heute wollen wir faulenzen. Nach dem Frühstück, die Würste schmecken immer noch köstlich, spazieren wir der Promenade entlang mit dem Ziel, einen neuen Bikini für mich zu kaufen. Kreditkarte habe ich dabei, ich bin ganz sicher, wir finden ein schönes raffiniertes Modell. Da vorne ist schon die Shoppingpassage und ich steuere auf die Boutique am Ende der Geschäftsstraße zu.

 

Blumenmuster auf weißem Untergrund, Glitzer, Push-up … alles nichts für mich. Ah da, ein paar bunte Unterteile, die ich mir gut an mir vorstellen könnte. Ich komme auf das Hilfsangebot der Shop-Mitarbeiterin zurück, zeige ihr die Höschen und bitte Sie, mir die dazugehörigen Oberteile, alles in meiner Größe, zu bringen. Nein, sagt sie, das sind nur Restbestände aus dem Vorjahr, da gibt’s nur noch Einzelstücke, die ich gerne einfärbig aus der neuen Kollektion ergänzen und kombinieren könnte. Hm? Das ist aber nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Ist es nicht immer so? Wenn ich überzeugt bin, die Kreditkarte glühen zu lassen, finde ich nichts. Kennst du das auch? Macht aber nichts. Ich bleibe gerne meinem Vorsatz treu und kaufe weiterhin vorwiegend in Österreich.

 

Die Terrasse in der Passage verlockt zu einer kleinen Pause und wenig später sitzen wir bei einer Cola und blicken aufs weite Meer, so schön.

 

Vom Frühstücksbuffet habe ich heute eine Scheibe Fuet mitgenommen, ich will mal in den Lebensmittelgeschäften nach einer Stange für daheim suchen und das kleine Stückchen soll als Ansichtsexemplar, als Mustervorlage dienen. Ich frag am besten gleich mal bei der Rezeption, hole das liebevoll eingepackte Stück Wurst raus, erkläre mein Vorhaben und erhalte die Antwort ohne Zögern – Alles, was Sie an Lebensmittel kaufen wollen, finden Sie sicher im Supermarkt HiperDino. Sie erklärt mir den Weg und schon bin ich unterwegs dorthin und freu mich drauf.

 

Im HiperDino spreche ich einen Mitarbeiter an, öffne mein kleines Musterpäckchen und sehe sofort an seinen großen Augen, er rechnet mit einer Reklamation oder irgendetwas in dieser Art. Nein, nein, entspanne ich die Situation. Er wirkt froh und saust durch die Gänge zum Wurstregal, erklärt die unterschiedlichen Marken der Anbieter und gibt mir seine persönliche Empfehlung. Die Haltbarkeit beträgt ca. 2 Monate, da nehme ich doch gleich 3 Stk. (eine ist ca. 30 cm lang), als kleine Überraschung noch einen Milka-Osterhasen für Ewald, der Tag ist gerettet.

 

Kalter Wind bläst, die Sandallergie hat sich Richtung Knie ausgebreitet, nach Sonnenbaden ist mir da eh nicht zumute. Ich suche zwar ein geschütztes Plätzchen im Pavillon, bleib aber nur kurz, gehe lieber ins Zimmer, trödle herum und mache mich zum Abendessen fertig. Ein Tisch ist für uns im Restaurante 360º reserviert und ich freu mich einerseits auf die Aussicht, andererseits auf raffinierte Speisen.

 

Mit dem Panorama-Auβenlift gelangen wir auf die Dachterrasse, über die wir ins angeschlossene Restaurant gebeten werden. Traumhaft der Blick über die Stadt auf die Berge, auf die Dünen und ans Meer. Herrliches Licht, fotografieren ein Muss. So, jetzt ist Zeit für die Speisekarte und die Bestellung. Wir wissen in etwa, was uns erwartet, die Homepage war aktualisiert und so haben wir unsere Wahl schon in Ruhe im Hotelzimmer treffen können. Das Personal ist sehr jung, kümmert sich aber nicht wirklich um uns. Stattdessen können wir zusehen, wie das Team Fotos macht, Spaß hat, sich dann zur Besprechung zurückzieht und wir warten … Tja, kommt da noch jemand? Wir sind nun schon 30 Minuten im Restaurant, von Bestellung aufnehmen nichts zu merken. Auch die Gäste an den Nachbartischen werden langsam unruhig uns siehe da, langsam kommt Bewegung ins Team und wir dürfen unsere Wünsche äußern und bestellen, dann wird zügig serviert und die Qualität ist top, sowohl Raffinesse als auch die vorwiegend regionalen Produkte. Und es wird sich zum Glück herausstellen, dass ich auch das Öl vertrage und gut schlafen kann.

 

Das angenehme Licht der Fackeln zeigt uns den Weg zurück zum Lift. Wir hatten schlußendlich einen sehr schönen Abend im Restaurante 360º und mit einem Hochgefühl schlendern wir über die Promenade zum Hotel zurück. Danke.

 

Der Leuchtturm Faro de Maspalomas

 

11. März 2022

Maspalomas, berühmt und beliebt dank des wunderbaren Klimas, der ausgedehnten Dünenlandschaft am Meer, aber auch für den alten Leuchtturm und den wollen wir uns heute anschauen.

 

28 Jahre dauerten die Bauarbeiten des 55 Meter hohen Leuchtturmes, dessen Licht am 1. Februar 1890 erstmals entzündet wurde.

 

Früher war er das einzige Bauwerk am Ende des langen Sandstrandes, heute ist er Teil einer neuen modernen und belebten Zone mit exklusiven Shops, eleganten Hotels und zahlreichen Restaurants.

 

Ein Taxi bringt uns direkt zum Faro de Maspalomas, dem Leuchtturm im Gemeindegebiet von San Bartolomé de Tirajana. Schon auf der Fahrt merken wir wie sich die Stadt verändert, wie alles weiter und moderner wird. Uns gefällt das.

 

Rechts oder links? Wohin wollen wir zuerst? Aus jeder Richtung kommen interessante Eindrücke. Vor der Küste tummeln sich Surfer, viele machen die ersten Versuche auf dem Brett, andere wiederum bewegen sich schon ganz sportlich – beides schön anzusehen. Wir starten unseren Weg nach links, kommen zu einer riesigen Sandskulptur, passieren kleine Läden, spüren die ungezwungene Atmosphäre, freuen uns über das herrliche Wetter und die insgesamt schöne Umgebung.

 

Ist dort ein See? Das ist wohl der erste Blick auf das Naturschutzgebiet, das sich aus drei Ökosystemen zusammensetzt, der Palmenhain, die Lagune und die Dünen. Ein wertvoller Naturraum, nur wenige Meter vom Meer entfernt, erstreckt sich hier. Wunderschön!

 

Wir genießen diese Momente, kehren zurück zum Leuchtturm und erkunden im Anschluss die belebte rechte Seite. Sehr gepflegt, wie überall auf Gran Canaria, die Promenade, die von Palmen gesäumt ist, von der aus Quergassen zu elitären Shops führen, dazwischen Restaurants und Hotels, die wohl keine Wünsche offenlassen. Ja, das hat was. Leider ist es noch zu früh am Tag und wir können nur ahnen, was hier zu späterer Stunde los ist.

 

Auch Windowsopping macht durstig und wir suchen ein nettes Plätzchen mit Blick auf die Promenade. Hier am Meer schmeckt der Espresso gleich nochmal so gut und langsam freunde ich mich mit der Insel an und kann mir auch einen Folgeurlaub hier vorstellen. Uns geht’s richtig gut, wir genießen und wertschätzen die Eindrücke und Erlebnisse auf Gran Canaria.

 

Langsam wird’s Zeit für die Rückfahrt. Schade, der letzte Tag ist viel zu schnell gekommen, ich würde sehr gerne noch ein paar Tage bleiben, aber wenn es am schönsten ist, sollte man bekannterweise aufhören. Wir sind dankbar für die schöne Zeit in Maspalomas, aber jetzt ist Zeit zum Kofferpacken. Danach verbringen wir noch einen vom Alltag losgelösten Abend am Strand mit Abendessen in einem typischen Strandrestaurant, gönnen uns noch einen Becher Eis.

 

Adiós

 

12. März 2022

4:15 Uhr weckt uns der Wecker. Fertig machen für den Rückflug. Alles klappt super und am frühen Nachmittag landen wir nach einem ruhigen Flug wieder in der Heimat. Brrr, kalt ist es hier.

 

Daheim stelle ich mit Freuden fest, dass sich die Rötung der Allergie zwar ausgebreitet hat, aber insgesamt langsam heller wird und eine Besserung deutlich sichtbar ist. Naja, ein paar Tage wird’s noch dauern und es werden fast 2 Wochen sein. Ende gut, alles gut.

 

Wir haben viel gesehen auf Gran Canaria, beeindruckende Natur von üppiger Vegetation bis hin zur Dünenlandschaft, haben eine nahezu perfekte Mischung aus Dörfern und modernen Ferienanlagen erlebt, sind über zahlreiche Kurven und Serpentinen in idyllische Bergdörfer oder zu Aussichtspunkten gelangt und haben die Freundlichkeit der Bewohner kennenlernen dürfen.

 

Was ist nun mein Fazit über Gran Canaria?

Ja, es war tatsächlich viel schöner als erwartet und ich kann Gran Canaria als Urlaubsdestination sehr empfehlen. Wir haben bewusst nicht alles entdecken wollen, somit haben wir trifftige Gründe für einen nächsten Urlaub, irgendwann in 10 Jahren, oder schon in 5 oder 2 oder ?

 

Mir fehlen noch die alten Kulturen, die Höhlen, aber auch gibt es in der Natur noch viele interessante Orte und Dörfer, wie zum Beispiel Artenara, die höchst gelegenste Gemeinde von Gran Canaria. Auch die Umgebung soll wunderschön sein. Ich könnte von dort einen herrlichen Ausblick auf den Roque Bentayga und das Höhlendorf Cuevas del Rey haben, dazwischen Stauseen, die für die Wasserversorgung der Insel sorgen.

 

Außerdem würde ich gerne noch viel mehr von Las Palmas entdecken, von der Dachterrasse von La Azotea de Benito den schönsten Blick über die Stadt genießen, auch den Hafen der Stadt erleben, und und und, ich hätte volles Programm.

 

Nicht umsonst gibt es im Internet die Seite 10 Gründe um nach Gran Canaria wiederzukommen.

 

Danke Gran Canaria für deine Gastfreundlichkeit. Wir wünschen allen Bewohnern, dass die Insel ihren Zauber behalten kann und uns wünsche ich, dass wir die Insel bald wieder besuchen können und wir uns in ähnlicher Weise wohlfühlen, genießen und erholen.

 

Bis bald - Adiós por ahora (vielleicht kann ich bis dahin auch ein paar Brocken Spanisch)

 

Euch sage ich danke fürs Begleiten. 

Alles Gute, ich freu mich auf die nächste Reise und hoffe, dass ihr auch im Mai in Apulien dabei seid.

Eure Rena

 

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Rena Hackl | 4040 Linz | mail@renahackl.at | foto@renahackl.at