Mallorca, seit Jahren beliebtes Reiseziel 

 

Bisher habe ich mich nicht für die größte Insel der Balearen begeistern können, dabei soll sie so viel mehr sein als Partyinsel mit ausgelassener Atmosphäre.

 

Mich reizen die Naturlandschaften, das Klima, das Essen, Erholung direkt am Meer in einem schönen Hotel, … Auch die relativ kurze Flugdauer macht die Insel für eine Woche Urlaub attraktiv. Die Vorfreude ist groß, aber noch ist einiges zu tun und ich mache alles, um die schönen Strände, die malerischen Dörfer, … so richtig genießen zu können.

 

Quelle: https://rentalpanda.es/mallorca-karte/

Irgendwann im Vorjahr haben wir Peguera (katalanisch Paguera) als Standort für unseren Urlaub ausgesucht und den haben wir heuer einfach so gebucht. Hoffentlich war das gescheit.

 

Der anscheinend quirlige Badeort mit ca. 4.000 Einwohnern liegt im Südwesten Mallorcas und punktet mit feinsandigen Stränden. Wie auf Mallorca wahrscheinlich jeder Ort, ist auch Peguera besonders bei deutschen Urlaubern beliebt, heute ist das Zentrum des Ferienortes touristisch geprägt und wir hoffen auf etwas Ruhe in der Vorsaison.

 

Eine durchgehende Strandpromenade verbindet in Peguera drei der angeblich 10 schönsten Strände auf Mallorca. Da freue ich mich auf ausgedehnte Strandspaziergänge. Dort, wo früher Piratenüberfälle stattgefunden haben, darf ich 2026 spazieren gehen und die Überreste von Wachtürmen aus dieser Zeit entdecken. Klingt doch super!

 

Check-In ist erledigt, Ewald war begeistert vom Austrian Airlines-Support. Es gab rechtzeitig einen Hinweis für "Check-In-Start", Zusatzpakete, Upgrade (kostennpflichtig), alles übersichtlich und klar definiert. Ebenso begeistert war er von der Online-Buchung des Transfers. Jetzt bleibt zu hoffen, dass das auch alles gut klappt.

 

Bei mir ist noch keine Urlaubsstimmung erkennbar, aber das kommt sicher noch. Soll ich den Schwimmreifen wieder mitnehmen? Lustig wäre es schon mit ihm. Mal sehen, ob noch Platz bleibt im Koffer.

 

Los geht’s. Fenster zu, Jalousien runter, noch ein Blick auf die Urlaubs-Checkliste, schaut gut aus, passt. Langsam dürfte sich auch Urlaubsfeeling einstellen. Taxi kommt in 4 Minuten. „Fahren Sie nicht Prinz-Eugen raus?“ fragt Ewald den Fahrer. „Nein, da gibt’s 15 Ampeln, da geht es anders schneller“ und beginnt die einzelnen Ampelkreuzungen aufzuzählen. Wir fahren tatsächlich mit der Kirche ums Kreuz zum Bahnhof und sind über den Fixtarif froh. Auch Zeitreserven haben wir zum Glück ausreichend. 
 

Super, mein Koffer wiegt laut Anzeige am Förderband "nur" 18,3 kg, also ist er leichter als in den bisherigen Urlaub, aber trotzdem kommt eine Warnung - Gewichtsüberschreitung!! Was ist jetzt schon wieder? Aha, falsche Banderole. Das Problem ist rasch behoben, mein Gepäckstück erfährt eine Extrabehandlung, dann Security-Check und direkt in die Lounge. Schade, nichts für meinen noch immer beleidigten Magen dabei. Die Lebensmittelvergiftung von vor 12 Wochen hat ganz schön was angerichtet. Leider.

 

Pünktlich und ausgeruht kommen wir nach 2 Stunden 5 Minuten Flugzeit um knapp vor 18 Uhr am Flughafen Palma an. Während wir in der großen modernen Ankunftshalle auf unser Gepäck warten, sucht unser Fahrer schon Kontakt zu Ewald, schickt ein Foto von sich zur Erkennung und trotzdem laufen wir einige Minuten aneinander vorbei. Es ist schon Zufall, dass gerade heute, seit 18 Uhr, die spanische Fußballmannschaft ein WM-Spiel bestreitet und im Taxi kriegen wir die Euphorie der Spanier hautnah mit. Leider endet das Spiel in einem Disaster und in den Medien sind solche und ähnliche Schlagzeilen zu lesen: Spanien blamiert sich mit Nullnummer gegen WM-Neuling Kap Verde (Der Standard). Fußball berührt mich nicht so besonders, ich finde es nur witzig, wie sich die Sportkommentatoren in einer Sprache, die ich leider nicht verstehe, so in das Spiel hineinsteigern. Neben der Autobahn blühen herrlich weiße und rosa Oleander, das muss Urlaub sein, das gefällt mir.

 

Das von uns gebuchte Hotel (adult only) macht einen sehr guten ersten Eindruck und liegt direkt an der Strandpromenade. Ich freue mich und genieße sofort für einige Augenblicke den Balkon.
 
Paguera ist genau wie in meiner Vorstellung, eine Art Kirtag mit massenhaft Souvenirs und sonstigen günstigen Angeboten von Schuhen, Kleidung, dazwischen kleine Supermärkte. So eine hohe Dichte an Spar-Märkten hab ich wohl noch nirgends gesehen, dazwischen Fisch-Spas, Tattoo-Studios und natürlich Bars, Restaurants und Biergärten. Auffallend ruhig ist es auf den belebten Straßen. Keiner ist laut, keiner hupt, keine laute Musik aus Geschäften oder Lokalen, max. hört man hie und da kurz was von den Fernsehübertragungen der Fußballspiele.
 
Abgesehen von den zahlreichen Shops, die absolut keinen Reiz auf mich ausüben, werde ich hier vielleicht doch mein Urlaubsziel erreichen, Erholung und Kraft tanken, ausschlafen und zur Ruhe kommen. Insel durchforsten ist auf meiner Prioritätenliste ganz unten gereiht. 
Ich freue mich aufs Frühstück, obwohl ich gar nicht weiß, ob und was ich davon essen kann. 
 
In Paguera ist morgen Wochenmarkt, darauf freue ich mich.

 

16. Juni 2026

Das Meer rauscht, ich habe fantastisch geschlafen und am Balkon erlebe ich die angenehme Atmosphäre, die ich gestern schon gespürt habe. Herrlich.

 

Am Weg zur Frühstücksterrasse merken wir ganz deutlich die Präsenz unserer Lieblingsnachbarn, nahezu alle Sonnenliegen am Pool sind reserviert und scheinbar haben die Engländer diesen Brauch bzw.  diese Unart übernommen.

 

Das Buffet ist sehr großzügig und weitläufig angeordnet, jeder Gast sollte ausreichend Platz haben, auch genügend Tische im Freien stehen zur Verfügung, trotzdem dauert es nicht lange und ein Paar beginnt mit einer Single-Dame zu streiten. „Das ist unser Tisch, den haben wir zugewiesen bekommen. Heiner, komm mal her …“. „Nein, der Tisch war frei“, kontert die frustriert und vom Leben enttäuscht wirkende Single-Frau. In der Art gehen die Anschuldigungen am Nebentisch weiter und schlußendlich sucht sich das Paar einen anderen Platz. Ich bin durch solche Alltagssituationen tatsächlich gut unterhalten und kann mich gleichzeitig voll dem Frühstück widmen. Für mich, die ich mich seit neuestem mit einer Weizenallergie arrangieren muss, findet sich auch ein passables Angebot an glutenfreien Produkten, die allerdings noch gewöhnungsbedürftig für mich sind. 

So, jetzt geht’s zum Markt, bin schon gespannt.

 

Jeden Dienstag lädt der Markt in Peguera zum Bummel unter schattigen Bäumen ein. Entlang des westlichen Endes des Bulevar de Peguera, zwischen dem Eroski- und dem Lidl-Kreisverkehr werden vor allem typische Spezialitäten der Insel angeboten. Auf rund 300 Metern Länge reihen sich Stände mit duftendem Brot, Käse und erntefrischem Obst und Gemüse aneinander. 

Wer Holzhandwerk, Lederwaren oder leichter Sommermode sucht, wird natürlich auch fündig. Einige Künstler malen direkt vor Ort und wir flanieren entspannt zwischen mallorquinischen Weinen, Gewürzen und Souvenirs.  Oh, wie schön, es gibt hier auch meinen spanischen Lieblingssupermarkt HiperDino. Ich fühle mich angekommen.

 

Die Liegensituation am Pool hat sich leider nicht verbessert, ist eher schlechter geworden. Ich bin gar nicht erfreut darüber und das dürfen auch alle wissen. Es kann doch nicht sein, dass alle Liegen reserviert sind? Ewald versucht alles, bemüht sich sehr und nach ca. 1 Stunde wird er belohnt. Ein Paar bricht auf und lässt schattige Plätze unterm Sonnenschirm zurück. Juhu, die gehören jetzt uns. Während Ewald unsere Badesachen übersiedelt, schaue ich ein bisschen prinzessinenhaft zu und es ist mir klar, dass das nicht meine sympathischste Seite zeigt. Ich lächle und meine Augen sagen Danke für alles.

 

Der restliche Nachmittag verläuft entspannt im Hotel. Wir lassen es uns gut gehen. Ach ja, heute ist unser Kennenlerntag und der liegt mittlerweile 36 Jahre zurück.

 

Ewald hat schon ein gemütliches Fischrestaurant am Strand für heute Abend ausgesucht. Ich freue mich.

 

17. Juni 2026

Was ist jetzt? Ewalds Wecker läutet. Es ist 5:50 Uhr und sofort ist mir klar - WM-Spiel Österreich - Jordanien.  Also fertig machen, Fernseher an, leider haben wir keine österreichischen Sender im Hotel auf Mallorca und sind froh, dass ZDF das Spiel überträgt, wir müssen nehmen, was wir kriegen können, aber Ewald ist zufrieden mit dem Kommentator. Ein schwieriges Spiel, aber das Ergebnis zählt. Wir dürfen uns über ein 3:1 freuen.

 

Ein schöner Tag steht uns bevor, Temperaturen um die 30 Grad, wir werden mit dem Bus nach Palma fahren. 

 

Optimal! Der Bus 102 fährt in relativ kurzen unregelmäßigen Intervallen unweit vom Hotel nach Palma. EUR 4,00/Person für eine einfache Fahrt, in 35-50 Minuten sollten wir ankommen. Die Zahlung erfolgt einfach über die Kreditkarte im Bus, aber freien Sitzplatz gibt es leider keinen mehr und wir müssen stehen. Anfangs hatte ich noch die Illusion, dass an den nächsten Haltestellen jemand aussteigt, aber da habe ich mich getäuscht. Der sehr gut besetzte Bus fährt an Haltestellen, an denen niemand aussteigen will, einfach vorbei, direkt auf die Autobahn und der erste Stopp ist erst in Palma.

 

Irgendwann kommt mein persönlicher Chef-Reiseleiter drauf, dass unser kleiner Mallorca-Reiseführer zwar brandaktuell, aber im Hotelzimmer geblieben ist. Blöd, aber wir werden uns in einer Touristen-Information die wichtigsten Infos holen.

 

Hm? Was ist das für ein schlechter Stadtplan? Nicht alle Straßen sind angeführt und nicht einmal die Richtung zur Kathedrale wird deutlich. Oje, jetzt haben wir tatsächlich leere Kilometer gemacht. Nochmal zurück in die Information und die Richtung erfragen.  „Was? Bei der Kirche links? Alle gehen rechts“. Ewald fragt mehrere Passanten und wir bemerken, kaum jemand kennt sich aus, kaum jemand kann Pläne lesen und wir haben leider keinen. Super, wir erreichen Plaça Mayor und das stimmt hoffnungsvoll, er sollte nicht weit von der Kathedrale entfernt liegen. Er ist ein zentraler Platz (129 Meter x 94 Meter) in der Hauptstadt Palma und ist umgeben von der Fußgängerzone, von historischen Gebäuden, Geschäften, Cafés und Restaurants. Uns lädt der Platz nicht zum Verweilen ein und wir bummeln weiter durch die Carrer de Colom zum Plaça de Court, dem Herzstück des historischen Zentrums der Stadt. Touristen sammeln sich dort um den jahrhundertealten Olivenbaum in der Mitte des Platzes, jeder will ein gutes Foto davon machen. Gegenüber befindet sich das Rathaus mit seiner beeindruckenden Fassade und der „Faulenzer-Bank“, auf der sich sowohl Einheimische wie auch Touristen ausruhen und Sonne tanken. Wir finden aber ein für uns besseres Plätzchen im Hotel Cappuccino, wir sitzen zur Hälfte im Freien und zur anderen Hälfte im klimatisierten Innenraum, vor uns eilen Mallorquiner vorbei oder schlendern Touristen von Highlight zu Highlight, dazu freuen wir uns jede viertel Stunde über das Läuten bzw. den Hammerschlag der berühmte Rathausglocke. Einfach nur schön.  Langsam wird es aber nun Zeit für La Seu, die Kathedrale, ein Wahrzeichen der Stadt, weit kann es nicht mehr sein. Sie ist zweifelsfrei eine der beeindruckendsten gotischen Kathedralen weltweit und schon allein ihretwegen lohnt sich ein Besuch der Stadt. Ihr Standort ist perfekt. Mit ihrer Silhouette, die sich über den Parc de la Mar erhebt, ist sie ein prägender Teil der „Skyline“ Palmas. 

 

Das goldfarbene Sandsteingebäude (Baubeginn 1229) ist am schönsten von Meer aus zu sehen. Sie wurde auf dem Gelände einer Moschee erbaut, die während der Maurenherrschaft neben dem Königspalat stand.

 

Wir dürfen die Kathedrale schon das zweite Mal real bewundern und sind erneut fasziniert, wir gehen rundherum, überlegen eine Besichtigung im Inneren, aber das passt heute nicht. Leute, Leute, Leute, 31 Grad im Schatten, kein Online-Ticket, das uns zum Eintritt in die Kathedrale berechtigt, also spazieren wir weiter durch schattige Gassen, durch die Einkaufsstraße retour zum Busbahnhof, ein kleiner Abstecher noch in die Markthalle. Oh schön, alles sehr sauber und ordentlich, mit einem kleinen Bereich, in dem gustiert und schnabuliert wird. Das würde mir auch gefallen, aber derzeit ist nicht die Zeit dafür, kommt aber wieder.

 

Für mich war unser heutiger Besuch in Palma eindeutig genug. Der Bus fährt auch gleich ab und wir haben einen der letzten Sitzplätze ergattert. Ui, eine wilde Fahrt. Sehr sportlich bewegt der Fahrer den Gelenksbus über die Autobahn und durch einige Orte zurück nach Paguera und es bleibt noch etwas Zeit, um am Pool zu relaxen.

 

Und jetzt interessiert es mich, was haben wir ohne unseren Reiseführer eventuell versäumt? Ja, ich darf sehr zufrieden mit uns sein.

 

Zum Abendessen entscheiden wir uns für eine Tapas-Bar und haben damit die richtige Wahl getroffen, außerdem nehmen wir am Weg ins Hotel noch ein kleines Eis. Auch ich traue mich, die kleine Kostprobe zu versuchen. Köstlich!

 

Der restliche Abend gehört wieder dem Fußball.

 

18. Juni

Heute ist erklärter Ruhetag und wir genießen die Annehmlichkeiten des Hotels Secrets Mallorca Villamil Resort & SPA, dazu die angenehme Temperatur von heute 28 Grad, die leichte Brise, das Meeresrauschen und schauen auf die bunten Sonnenschirme. Erholung pur! Vielen Dank.

 

Das ist aber eine sehr nette Geste und passt heute ganz gut. Das Hotel lädt seine Gäste zu einer 2-stündigen Bootsfahrt durch die Bucht von Santa Ponça ein. Wir freuen uns und melden uns an. Um 18 Uhr geht es los, ca. 20 Gäste sind dabei. Es ist ein exklusives Angebot, wir haben das Schiff, das für über 80 Gäste Platz bietet, allein für unsere Gruppe. 
 

Das Ausflugsboot nimmt direkt Kurs auf Santa Ponça und was wir sehen, gefällt uns nicht besonders, eine Hotelburg nach der anderen, gar nicht unser Geschmack, aber angeblich hat der Ort viel mehr zu bieten. Im Reiseführer lese ich von Naturschätzen und historischen Gebäuden. Auch stehen hier einige der luxuriösesten Immobilien Mallorcas. Es gibt zwei große Sandstrände und auch für Golfer, Segler, Tennisfans ist das Sportangebot äußerst attraktiv. Aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zum Tramuntangebirge, ist Santa Ponça auch bei Wanderern und Bikern beliebt. Klettern kann man in dem beliebten Kletterwald Jungle Parc. 

 

Ja Spitze, von einem Denkmal in der Nähe des Hafens springen junge Burschen einige Meter ins Wasser. Die sind leider beim Springen schneller als ich mit der Kamera. Ewald hat sie besser „erwischt“.

Wir passieren die „Vogelinsel“, die für ihre artenreiche Vogelwelt bekannt ist und fahren weiter zum Platja de Camp de Mar, tolle Villen in einem Naturparadies. Angeblich haben Claudia Schiffer und 

Wladimir Klitschko hier ein Anwesen. Für mich wäre das nichts, darum habe ich auch keine Villa auf Mallorca. Am Weg zurück sehen wir noch das Haus von Mr. Bean. 

Es ist ein gelungener Ausflug, zusätzlich wurde von jedem Paar ein Erinnerungsfoto gemacht und zum Anstoßen großzügig Cava ausgeschenkt.

 

Typisch, beim Verabschieden stehlen sich die meisten von Bord und schenken dem Körbchen, das für Trinkgeld bereitsteht, keine Beachtung. Wir sind in solchen Dingen generell recht großzügig und gehen jetzt gut gelaunt zum Essen. Vielleicht gibt’s im Tapas-Restaurant noch einen Tisch für uns. Ja, und wieder lasse ich mir das hausgemachtes Erdäpfelpüree und den Pulpo schmecken. Ein schöner Tag geht schön zu Ende. Das wünsche ich dir auch. 

 

19. Juni

Schrecklich, jetzt gehören wir auch schon zur Gruppe „Liegenreservierer“, aber hier geht’s scheinbar nicht anders. Am Weg zum Frühstück begleiten uns jeweils eine Klammer, Badetuch und ein Reiseführer (damit der auch sinnvoll eingesetzt wird). Ich stehe nicht dazu, aber ohne Liegeplatz ist es auch doof. 

 

Heute wollen wir mit dem Taxi nach Port d‘Andratx. Der 6 km vom Hotel entfernte Hafen zählt zu den exklusivsten der Insel.

 

Vor einer malerischen Gebirgskulisse liegen teure Segel- und Motoryachten im türkisfarbenen Wasser. Im Sommer sind alle 450 Plätze im Yachtclub vergeben.  

 

Das Hafenbecken gehört aber nicht alleine den Yachtbesitzern. Auch die einheimischen Fischer behaupten sich und an der Mole liegen ihre traditionellen Fischkutter neben Nobelyachten vor Anker.

Als wir ankommen, sehen wir gleich die Netze der Fischer auf dem Pier. Ein Teil der Fische wird direkt an die umliegenden Restaurants verkauft, der Rest wird in der Fischhalle direkt am Hafen angeboten.

Wir bummeln durch die engen Gassen, schnuppern in die eine oder andere Boutique, sofern sie schon geöffnet ist. Vor 11 Uhr ist es in Port d‘ Andratx noch ziemlich ruhig und erwacht erst nach und nach. 
 

Zeit, die Seele baumeln zu lassen. Ewald, der Feinspitz, hat schon entdeckt, wo es Ensaimadadie berühmte Schnecken-Mehlspeise von Mallorca, gibt.  Das spiralförmige Germteiggebäck, das traditionell mit Schweineschmalz (katalanisch saïm) zubereitet wird, wird pur, nur mit Staubzucker bestäubt, oder mit Marmelade (Kürbiskobfitüre) gefüllt gegessen.

 

Direkt an der Mole finden wir ein perfektes Plätzchen und genießen. Mir fällt es schwer, beim stillen Mineralwasser zu sitzen, eine kleine Kostprobe des ganz frischen Gebäcks darf ich mir gönnen. Herrlich!

 

Port d‘Andratx ist definitiv eine Nobeladresse auf Mallorca und es könnte leicht sein, dort einen Promi zu treffen, der sich Tapas oder eine Mehlspeise in einem der Cafés gönnt. Mich reizt das nicht, ich würde ihn wahrscheinlich gar nicht erkennen. 

 

Bis in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Port d‘Andratx nur ein Fischerhafen. Die Einheimischen, geplagt und gequält von jahrhundertelangen Piratenüberfällen, haben sich in sichere Regionen fernab von der Küste. Erst ab den 1960er Jahren entwickelte sich aus dem beschaulichen Fischerort ein Treffpunkt des internationalen Jetsets.

 

Einen schönen langen Badestrand suchen wir in Port d’Andratx vergeblich. Es gibt nur eine kleine Fläche, von der aus man sich im Meer erfrischen kann, für richtiges Strandvergnügen laden nur, die Strände in der näheren Umgebung und der naheliegenden Orte ein.

 

Wir freuen uns, dass wir heute hier sein dürfen. Für mich ist am Wasser sitzen und nichts tun müssen Balsam für die Seele. 

Hm, soll ich nochmal zu der Boutique, die erst noch geschlossen war und aus der mich eine gehäkelte Tasche angelacht hat, schauen? Kurzer Zweifel, ich kaufe zu 99,9 Prozent in Österreich, aber was soll‘s, die schau ich mir ab. 10 Minuten später gehört sie mir und macht Freude. 

 

Ein Taxi bringt uns zurück zum Hotel und wir verbringen den Nachmittag am Strand bzw. am Pool.  Super, die von uns reservierten Liegen warten geduldig auf uns. 

Beim Strandspaziergang entdecken wir einen pfiffigen Obstverkäufer, er hat seine Preisliste auf der Rückseite seines Shirts gedruckt. Immer wieder neue Eindrücke, neue Erfahrungen, …

 

Zeit zum Abendessen. Um 18 Uhr geht es noch ohne Reservierung. Danach gibt’s Folklore im Hotel. Mal sehen, ob uns das freut.

 

... und schön war's. Danke.

 

20. und 21. Juni

Sonne, Strand und Meer. Wir genießen das süße Nichts-Tun, freuen uns über die Aufmerksamkeiten des Hotels. Immer wieder geht jemand mit kleinen Erfrischungen durch, z.B. Sorbets in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, Fruchtspieße, erfrischendes Eis und im Zimmer ist stets für ausreichend Mineralwasser gesorgt. Das Management vom Hotel Secret Villamil Resort & Spa ist deutlich um das Wohl und die Unterhaltung seiner Gäste bemüht. Die 2-stündige Bootsfahrt muss daher hier nochmals erwähnt werden. Täglich um 21 Uhr gibts Livemusik auf der Terrasse der Pianobar, dort wo gestern der Folkloreabend stattgefunden hat, für nächste Woche ist bereits Party mit Feuershow angekündigt, aber das ist leider zu spät für uns.

 

Wir fühlen uns rundherum wohl hier im Hotel und können – auf hohem Niveau – nur Kleinigkeiten bemängeln. Ich mag z.B. die Treppe in unser Stockwerk nicht und die Türe ins Badezimmer klemmt, aber das sind ganz alleine meine Probleme und dafür bin ich im Zimmer Face to Face mit dem Meer. Seit wir wissen, dass jeder seine Sonnenliegen reserviert, sehen wir das auch ganz locker und reservieren ebenfalls, wobei 8 Uhr für einen Wunschplatz schon viel zu spät ist, und wir nehmen müssen, was übriggeblieben ist, eigentlich schlimm. Das Publikum ist international und angenehm, „Ausreißer“ gibt’s natürlich immer.

 

Es gibt im Hotel einen Prefered-Club mit Zugang zu einem größeren Wellnessbereich und getrennten Bereichen in den Restaurants und im Liegebereich am Pool. Doof nur, dass diese Liegen auf Sand stehen und viele Prefered-Gäste lieber am Pool der Normalos sein möchten und reservieren manchmal doppelt.

 

Heute freuen wir uns schon auf Abendessen beim Italiener (ja, etwas merkwürdig in Spanien), aber das Restaurant ist sehr gut beurteilt und hat eine große Speisenauswahl.

Mahlzeit.

Wir haben sehr gut gegessen, aber es war viel zu viel für den Magen. Oje.

 

Paguera wirkt für mich wie Kirtag mit fixen Ständen, die Straßen sind sehr gepflegt und sauber, die Autofahrer, die durch die Straßen fahren, arrangieren sich sehr gut mit den planlos herumschlendernden Touristen. Es ist generell sehr ruhig, die Atmosphäre angenehm, das kann aber in der Hauptsaison ganz anders sein. Irritierend sind die vielen Restaurant, die nach außen hin typisch einheimisch wirken und dann häufig von Auswanderern geführt werden, die wiederum ihre Art zu kochen einbringen und so ist dort und da „Tunke“ über die bestellte Speise, die für mich dort nicht hingehört und die ich sehr oft nicht vertrage. Wir müssen die Lokale künftig bewusster auswählen. Ja, wir wollen wiederkommen. Ich kann die Beliebtheit der Insel mittlerweile gut verstehen und schau Ewald amüsiert bei der Reiseplanung für Mallorca 2.0 zu.

 

Heute frühstücken wir schon bei 28 Grad, ein heißer Tag steht bevor, eine gute Übung für die Hitzewelle, die uns daheim erwarten wird.

 

Ich wünsche dir einen schönen Sommertag an einem kühlen Plätzchen.
 

Es ist heute tatsächlich ein sehr heißer Tag, aber das Meer macht die Hitze erträglich. Das Wasser beginnt sehr flach und eignet sich erst nach 40-50 m zum Schwimmen, es ist herrlich und der Sand ganz fein, feiner geht's wohl kaum, ab und zu gibt's Steine. Ich liebe es.

 

Heute ist Sonntag und da ist es gar nicht so einfach mit einem freien Tisch im Restaurant ohne Reservierung. Einige Lokale haben geschlossen, aber im Beach Club haben wir Glück, auch das Essen schmeckt sehr gut. 
 

Später nehmen wir noch eine Abschiedsdrink  auf der Hotelterrasse, im Hintergrund trällert eine Band bekannte Songs, die allerdings mehr Power vertragen könnten. Prost, auf den gelungenen schönen Urlaub. Wir sind sehr dankbar darüber.

 

22. Juni

So schnell geht’s und schon sind wir wieder daheim, mit vielen schönen Eindrücken und Erfahrungen. Für Transfer mit dem Taxi (ca. 35 km) und Check-In haben wir knappe 45 Min. gebraucht, wider vieler Aussagen hat die Abreise reibungslos funktioniert, von Chaos keine Spur. Der Flughafen Palma de Mallorca ist modern, das Angebot an Inselspezialitäten großzügig. Was soll ich den Lieben daheim mitbringen? Schokolade ist bei den Sommertemperaturen nicht so empfehlenswert, vielleicht eine Ensaimada de Mallorca, die spiralförmige Hefe- oder Plunderteigschnecke. Nein, die Haltbarkeit dieser typischen Mehlspeise ist sehr begrenzt und frisch schmeckt sie am allerbesten. Der heimischen mallorquinische Schnaps Hierbas de Mallorca (Herbes de Mallorca) hat uns beide gar nicht begeistert, eher Magenprobleme beschert. Dieser meist grüne Kräuterlikör basiert auf Anis und einer geheimen Mischung mediterraner Kräuter wie Rosmarin, Fenchel und Minze. Nein, diesen Likör, den es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen gibt, den können wir nicht mit gutem Gewissen verschenken. Fächer, Windspiele, Badetaschen, Geschirrtücher, … mit Mallorcaaufdrucken braucht auch niemand, also wirds schwierig. 

 

Schnell vergeht die Zeit und bald ist unsere Maschine, nach kleiner Verspätung durch späterer Ankunft, zum Einstieg bereit. Oh wie schön, ich sitze „richtig“ und kann tatsächlich die Kathedrale von großer Höhe aus erkennen, ich freue mich. 

 

Leicht chaotisch wirds dann in Wien. Viele Reisende, die ungeduldig auf ihren Koffer warten. Die angegebene Wartezeit von 10-15 Minuten wird um ca. 10 Min überschritten und dann ein gutes Gefühl, die Koffer sind da und nicht beschädigt. Rasch zum Bahnsteig, die Zeit reicht nur noch, um Getränke für die Heimfahrt zu kaufen. Oh, heute nehmen wohl alle den Zug. Wir wollen schnell noch Plätze reservieren. Was bei Ewald tadellos funktioniert, gestaltet sich bei mir schwierig. Warum muss ich EUR 3,00 bezahlen, er nicht. Also zurück zum Start und plötzlich sagt meine App, kein freies Platzkontingent mehr. Crazy. Einen Versuch mache ich noch, er gelingt kostenpflichtig, aber immerhin. Als ich den Fahrkartenkontrollor schließlich dazu frage, bekomme ich eine sehr dürftige Antwort. „Ich kenne mich da nicht aus. Wieso soll ich das wissen? Ich fahre privat nie mit dem Zug, mir reicht es beruflich.“ Vielen Dank, die Auskunft bestätigt wieder die landläufige Meinung über die ÖBB. Schmunzeln ist das Beste, was ich in diesem Augenblick machen kann. Ein schöner Zufall ergibt sich kurz vor Linz. Wie ziehen unser Gepäck aus der Ablage, als plötzlich mein Name fragend genannt wird. Hm? Das gibt’s ja nicht. Vor mir steht meine Kollegin Gloria mit ihrem Mann. Beide reisen aus Griechenland zurück. Eine wirklich schöne und überraschende Begegnung, noch dazu an Glorias Geburtstag. Wir freuen uns. Bemerkenswert ist, dass Gloria, sie ist sehbehindert, mich entdeckt.

 

Willkommen daheim. Die Waschmaschine kann gleich starten. 

 

Ein paar intensive Wochen liegen jetzt vor uns, aber zum Geburtstag sind wir wieder unterwegs, Bregenz wartet schon auf uns.

 

Einen schönen unbeschwerten Sommer wünsche ich euch allen, bleibt gesund und cool.

 

Danke fürs Begleiten 

Eure Rena

 

Juni 2026

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