Mit der A-ROSA Alea auf dem Rhein unterwegs

 

Diese Reise war eigentlich nie geplant, viele Orte davon kennen wir bereits, aber nachdem die für März 2025 gebuchte A-Rosa Flusskreuzfahrt ab Frankfurt vom Veranstalter storniert bzw. nicht durchgeführt wurde, halten wir uns mit dieser Reise schadlos.

 

Dezember 2025

Risko! - aber wir hoffen, dass diese Reise stattfindet, wir buchen daher jetzt schon ein Zugticket mit Sitzplatzreservierung bis Köln und, falls der Zug ausfällt oder sonst ein unvorhergesehenes Ereignis eintritt, das die Anreise betrifft, eine Nacht im Hotel. Viel Stress fällt dann schon mal weg und die Vorfreude kann beginnen.

 

Ende Jänner 2026

Das gibt es jetzt aber nicht …. Ja, ich habe ein Déjà-vu … Wir haben dem Frieden nicht getraut, haben uns auf verschiedensten Plattformen über die Durchführung unserer gebuchten Reise informiert – „ausgebucht“ war die generelle Aussage und das hat uns genügt. Noch dazu war ja telefonisch niemand vom A-ROSA-Buchungsteam erreichbar. Also haben wir, wie berichtet, eine Nacht im Hotel in Köln gebucht, schließlich wollen wir keinen Stress, falls eine Verbindung nicht planmäßig klappt, … dazu Bahntickets mit Sitzplatzreservierung. Ewald hatte ein gutes Gefühl, ich vielleicht nicht so ganz. Egal. Kaum war alles unter Dach und Fach, kam Mitte Jänner eine Mail von A-ROSA (datiert mit Dezember 2025!!), dass das Schiff A-ROSA Alea exklusiv für einen Charter gebucht worden ist und für unsere Reise nicht zur Verfügung steht.

 

Super! Die heurige Reise war schließlich die Ersatzreise 2025. Tja. Die Vorfreude auf die Rhein Metropolen Amsterdam, Rotterdam, Düsseldorf, muss ich sofort stoppen.

 

Nach einer nicht ganz freundlichen Mail, einem Ultimatum, einem Angebot zur Güte von uns an die Veranstalter, wurden wir uns schlussendlich doch einig und jetzt darf ich mich auf Rhein Romantik mit der A-ROSA SILVA freuen. Tss, jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mit Romantik nichts am Hut habe. Die Städte kennen wir bereits, aber darauf lassen wir uns jetzt ein und dann ist das Thema Ersatzreise der Ersatzreise abgehakt.

 

Freude haben wir keine, aber wir machen das Beste draus, ich ändere den Titel und gut ist es.

 

Rhein-Romantik mit der A-ROSA Silva 

Hurra, so wie es aussieht, findet die Reise tatsächlich statt.
Einen Monat vorher haben wir per Mail Infos bekommen.

 

  • REISE AUF EINEN BLICK
  • AN- UND ABREISE
  • EIN- UND AUSSCHIFFUNG
  • LEISTUNGEN
 
Der A-ROSA SILVA-Ausflugsexperte hat auch schon Infomationen und seine persönliche Empfehlung übermittelt. Danke, aber auf die Nachtwächterführung durch Koblenz will ich wahrscheinlich verzichten. Warum denke ich dabei eigentlich gleich an Ratten, modrigen Geruch? Iiiii, alles vielleicht nur ein Klischee? Ich weiß es nicht.
 
Auch Kofferanhänger zum Ausdrucken haben wir schon bekommen. Ja, es wird ernst. Ewald, mein Vorzeige-Urlauber, hat die gleich vorbereitet. Herzlichen Dank! Unsere Vorfreude auf Urlaub ist deutlich spürbar.
Ich sollte langsam meine Hausaufgaben machen und mich auf die einzelnen Städte vorbereiten. Am meisten freue ich mich auf Rüdesheim, die Stadt ist uns noch unbekannt. Habt ihr Tipps?
 

22. März 2026

Koffer ist gepackt und mit Urlaubscheckliste kontrolliert. Passt. Ah, das ist wichtig. Das reizende betagte Paar aus Köln, das wir vor 2 Jahren im Urlaub kennengelernt haben, wohnt lt. eigenen Angaben direkt beim Kölner Dom. Die beiden sind einmalig und wir würden uns beiderseits über ein Wiedersehen freuen. Leider kam nach meiner letzten Mail keine Rückmeldung. Mit über 90 ist halt alles nicht mehr so einfach. 

 
Schmarrn, Adresse finde ich in den Mails keine, aber ein paar Hinweise. Aus dem 7. Stock haben die beiden einen wunderbaren Blick auf den Dom. Das Seniorenheim muss also mindestens 7 Stockwerke haben. Das Ergebnis der Internetrecherche ist ernüchternd. Die Dichte der Seniorenresidenzen rund um den Dom ist ziemlich hoch und es wird eine Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Wir werden uns der Herausforderung stellen und mit etwas Glück finden wir die beiden.
Es ist schon nach 23 Uhr, Zeit zum in den Urlaub schlafen.
 

23. März 2026

Wettersturz, Wintereinbruch mit Schnee und Wind, diese Prognose trübt meine Vorfreude nur wenig, ich mag es gerne kalt, habe warme Sachen mit und bin gut vorbereitet. 

 
Am Bahnhof gönnen wir uns ein kleines Frühstück und fast pünktlich um 7:34 Uhr fährt der Zug nach Köln von Bahnsteig 6 ab. Kurz vorher wird eine Wagenstandsänderung bekannt gegeben, aber diese Info kommt zu spät und das Chaos beim Einsteigen ist vorprogrammiert. Die Fahrgäste, die gedacht haben, der gebuchte Platz ist im vorderen Zugbereich, die sind plötzlich ganz hinten, zu denen gehören wir, und umgekehrt.
Ein Lokwagen in der Mitte des Zuges verhindert den Durchgang während der Fahrt und daher können viele Reisende den
reservierten Sitzplatzes nicht vor Abfahrt erreichen und müssen bis zum Halt im nächsten Bahnhof, also Wels, warten. Super, die Völkerwanderung mit Koffer geht in den schmalen Gängen weiter! Gratulation an die Deutsche Bahn.
 
Wir haben Glück und sitzen schon ab Linz auf unseren Plätzen in der ersten Klasse Nr. 81 und 82.
 
Die Sonne lacht - noch - und die Fahrt beginnt sehr angenehm. Wann darf ich mit der Jause beginnen? Ich bin etwas lästig, aber irgendwie muss ich die Dauer der Fahrt überbrücken und die geht bis 16:32 Uhr. Trallala!
 
Spätestens um 12 Uhr sind unsere Vorräte aufgegessen. Juhu! 

Kurz danach erreicht uns eine sehr traurige Nachricht aus dem Freundeskreis, die uns sehr betroffen macht. Wir erinnern uns an gemeinsame Unternehmungen bis unsere Blicke an der Landschaft hängen bleiben. Ja, das Leben geht weiter, aber die Endlichkeit wird uns wieder einmal sehr deutlich bewusst.
 
Kurzer Aufenthalt in Frankfurt, bevor es, direkt dem Rhein entlang, über Koblenz und Bonn nach Köln geht. Ganz ohne Verspätung haben wir es nicht geschafft, aber ist ok für uns. 
 
Das Hotel liegt nur ca. 300 m vom Bahnhof entfernt und wir können es fußläufig gut erreichen. „Wir haben einen „Business-Upgrade“ für Sie gemacht“, freut sich die Rezeptionisten mehr als wir. Für die eine Nacht hätte es das nicht gebraucht, aber bitte bzw. dankeschön. Hm, das ist jetzt aber nicht wahr. Wir haben eine ebenerdige Dusche gebucht und bekommen eine Badewanne mit Duschwand. Bitte nicht. Das Thema ist mit dem Umzug in ein neues Zimmer rasch erledigt. Naja, Ewald hat sich schon dazu erklären müssen und wieder haben wir etwas gelernt. Wenn wir ein Zimmer mit ebenerdiger Dusche buchen, dann müssen wir extra betonen, was uns wichtig ist. Deutsche Logik oder was ist
das sonst?
 
Aber jetzt direkt ins Zentrum. „Stop!“ Das war knapp. Ewald hat mich noch rechtzeitig vor einem Radfahrer gewarnt. Die kommen lautlos von allen Richtungen und erscheinen mir tatsächlich sehr gefährlich. 
 
Super, da vorne ist eine Information, dort erkundigen wir uns bzgl. Seniorenresidenzen und machen uns direkt auf den Weg zu der Einrichtung, die uns am wahrscheinlichsten erscheint. Die Beschäftigten an der Rezeption sind mehr als freundlich, ein Passant mischt sich ebenfalls ein und bald bemühen sich 3 Personen um unser Anliegen. Die würden sich ebenfalls freuen, wenn ein Wiedersehen mit dem betagten Paar zustandekommen würde. Aber leider, unsere Bekannten haben nie dort gewohnt und somit müssen wir uns neu informieren, allerdings gibt es eine neue Option. Dorthin gehen wir morgen, jetzt wollen wir noch im Kölner Dom eine Kerze für unseren Freund anzünden und für alle, die derzeit besonders unsere mentale Kraft brauchen können.
 
Zeit für ein Kölsch und das am besten in einem Brauhaus. Ja, genau, da erinnern wir uns ans Brauhaus Früh am Dom, dort gehen wir hin. Aus der Speisekarten springen uns die klassischen Kultgerichte der Region förmlich entgegen. Halve Hahn, ein Roggengebäck mit Käse, Butter und Gewürzzutaten, das wird Ewald bestellen, aber was nehme ich? Die rheinische Küche ist schon sehr deftig und derzeit lachen mich weder Haxe noch Schnitzel an. Ah, eine Spezialkarte - Montag gibts zusätzlich Reibekuchen, Mittwoch Ripperl. Das passt, ich bestelle eine Portion Reibekuchen und kann aus 4 Beilagen wählen, Apfelkompott, Käse, Lachs oder … hm, das habe ich vergessen. Egal, ich nehme Lachs.
Ein etwas unfreundlicher Kellner nimmt die Bestellung auf, zuerst Getränke, ganz wichtig, dann erst Essen. Kurz drauf kommt er mit einem runden „Tragerl“ mit den Getränken, sehr speziell. „Darf ich bitte von diesem Teil ein Foto machen?“ frage ich prompt. Er stimmt zu und erklärt gespielt entrüstet, dass das kein Ding ist, sondern das man „Kranz“ dazu sagt. Auch recht. Ich finde ihn praktisch, diesen Kranz. Der Kellner serviert unsere Kölsch und gleich drauf wird die Anzahl mit je einem Strich auf dem Bierdeckel festgehalten. Schlußendlich haben wir 3 Stricherl, geschmeckt hat’s auch, wir freuen uns über den originellen Besuch im Brauhaus und spazieren zurück zum Hotel. Der Abend ist lau, wir haben auch viele Magnolienbäume gesehen, die bereits in voller Blüte stehen und zartes Grün auf den Bäumen. Offenbar zieht der Frühling hier ein paar Tage früher ein als in Oberösterreich.
Ewald will noch den Wellness-Bereich erkunden und dann fallen wir müde ins Bett. Morgen warten wieder viele neue Impressionen und Erlebnisse um uns. Gute Nacht.
 

24. März 2026

Was war das für eine Nacht? Undefinierbare Geräuschkulisse in unterschiedlicher Lautstärke und Intensität, jedenfalls sehr störend, dazu die Reibekuchen, die im Magen herumgekugelt sind. Danke an die Montanatropfen, die um Schadensbegrenzung bemüht waren und für Schlaf gesorgt haben. 

 
Aber Strich drunter, ab in die Dusche und rein ins Vergnügen.
A schens Tagle (so sagt man hier im Rheinland, wenn man jemanden einen schönen Tag wünscht) wünsch ich dir und uns auch.
 
Erstes Ziel ist ein Besuch im nächste Seniorenheim. Vielleicht haben wir heute Glück auf der Suche nach Volker und Anneliese.
 
Der Weg zum Seniorenheim führt uns ca . 1 km dem Rheinufer entlang. Wir genießen die milde Frühlingsluft, die zarten Blüten, das erste satte Grün auf den Bäumen und natürlich die einmaligen Blicke auf den Dom und die Hohenzollernbrücke mit den unzähligen Liebesschlössern. Ja, es fühlt sich nach Urlaub an.
Da vorne, das schaut schon nach Seniorenheim aus. Bewohner suchen ein sonniges Plätzchen vor dem stilvollen Bau, im Inneren empfängt uns ein stilvolles Entree mit dunkler Holztäfelung und Ledersitzen. Der Herr an der Rezeption ist freundlich, aber nicht so sehr bemüht wie die Mitarbeiter in der Seniorenresidenz von gestern, auch hat er keine Unterlagen zu früheren Bewohnern. Sehr schade. Unser kleines Projekt ist leider gescheitert. 

Wir tauchen in die Stadt ein, finden ein nettes Lokal am Wallrafplatz und lassen bei einem Glas Crémant die Seele baumeln, beobachten die Passanten und freuen uns über die Sonne. 

Ewald will danach zur Stadtmauer und dem Römerturm. Mir ist es egal, ich brauche das nicht, es schaut am Plan nicht weit entfernt aus und ja, ich gehe mit. Wir schlendern durch die Fuẞgängerzone, weichen Baustellen aus, biegen rechts ab, biegen links ab und langsam wird’s verdächtig, sind wir richtig? Meine persönlicher Guide wirkt leicht verunsichert und gleicht den Weg mit dem Plan ab, mich überzeugt das nicht, aber irgendwann sehen wir ein Stück alte Mauer und in der Nähe auch den Römerturm. Tja, den können wir nur erahnen, er ist wegen aktueller Baumaßnahmen komplett eingehüllt, dafür entdecken wir einen wohl ähnlichen Turm. Der Umweg hat sich absolut nicht gelohnt, eher nur meine Beine unnötig überstrapaziert und macht mich leicht gereizt. Das Rathaus ist der nächste Punkt, den wir ansteuern. Ewald ist und bleibt Fan von Rathäusern, Statuen, Brunnen und Wasserfällen, ich bin eher für lebendigere Orte und mag es, wenn ich die Atmosphäre spüren kann. Aber jetzt nicht trödeln, weiter geht’s. Baustellen zwingen uns erneut zu Umwegen und mittlerweile habe ich fast 14.000 Schritte gemacht und es ist erst Mittag. Ein Knochenmarksödem aus der jüngeren Vergangenheit zwingt mich zu mehr Achtsamkeit und ich nehme mir vor, mich endlich zu disziplinieren.

Ein Kaffee wäre fein. Das Angebot an Bier ist jedoch wesentlich größer, reizt uns aber nicht, ebensowenig lachen uns die üppigen Mehlspeisen an und wir nehmen nur einen kleinen Espresso, bevor wir unsere Koffer aus dem Hotel holen und uns mit dem Taxi zur Anlegestelle bringen lassen.
 
Kaum haben wir die A-ROSA SILVA betreten, wird uns auch schon der Koffer abgenommen und wir werden zum Check-In gebeten, das übliche Prozedere beginnt. Kabinenkarten,WLAN-Tickets, Sitzplatzreservierung im Restaurant um EUR 5,00/Kabine/Tag, das ist neu und finde ich etwas unverschämt, dann Sicherheitsunterweisung, Vorstellung vom Leben an Bord und des Ausflugsprogramms, alles geht zügig und wir freuen uns aufs Ablegen und Abendessen. Schiff ahoi!
 

25. März 2026

Ich mag es, wenn leise Geräusche von Schiff und Wasser meinen Schlaf begleiten. Guten Morgen Deutschland, guten Morgen Welt. Beim Frühstück gleiten wir vorbei an steilen Weinbergen, das Frühlingsgrün harmonisiert das Grau vom Himmel, ein schönes Bild, das entschleunigend wirkt.
Genau um 10 Uhr, eine Stunde früher als geplant, erreichen wir Rüdesheim.
 
Rüdesheim am Rhein ist weltbekannt als 
malerische Weinstadt im Rheingau, berühmt für die Drosselgasse, das Niederwalddenkmal mit Germania, exzellenten Riesling und den Asbach-Uralt-Weinbrand. Die Stadt zieht Touristen durch ihre historischen Fachwerkhäuser, die Seilbahn über die Weinberge und ihre Lage im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal an, so steht es zumindest im Internet. 
 
Da Wetter ist aprilmäßig und wir sind froh, gut ausgestattet zu sein. Haube und Schal machen definitiv Sinn. Unsere Tischnachbarn haben schon angekündigt, dass viele Geschäfte und Lokale in Rüdesheim noch geschlossen sein werden und so war es auch. Die Saison beginnt so richtig erst im April. Zuerst spazieren wir durch die bekannte und berühmte Drosselgasse, der 144 Meter langen und nur zwei Meter breiten Kopfsteinpflastergasse im Herzen der Altstadt. Sie gilt als "Partymeile" mit zahlreichen historischen Fachwerkhäusern, Weinstuben und Restaurants.
Jährlich besuchen ca. 3 Millionen Menschen die Gasse, die als Herzstück des Rüdesheimer Nachtlebens und der Weinkultur bekannt ist.
Wir orientieren uns, welches Lokal ist ansprechend, wo wollen den berühmten Rüdesheimer Kaffee probieren, wollen wir mit der Seilbahn über die Weinberge zum Niederwalddenkmal fahren, …?
 
Die Fahrt über die Weinberge ist uns egal, Rüdesheimer Kaffee wird in jedem Lokal angeboten und für ein Glas Wein finden wir auch schnell einen Keller, der uns mit seiner Originalität anspricht. Aber zuerst noch ein paar Highlights der Stadt entdecken. Wir schlendern durch die knapp 10.000-Einwohner-Stadt, sehen so manche kitschige, aber auch liebevolle Dekoration an den Häusern und genießen es, hier sein zu dürfen. 
 
Aber jetzt ist Zeit für einen Rüdesheimer Kaffee, ein Heißgetränk mit Weinbrand und Schlagobers. Die Variante wurde 1957 von Hans Karl Adams für Asbach, den Hersteller des Weinbrands, kreiert. Dafür gibt es sogar ein eigenes Gefäß. Wir lassen uns nicht vom Angebot mit warmen Apfelstrudel oder Eis verführen und bestellen jeweils einen Rüdesheimer, einmal mit, einmal ohne Schlag. Dauert nicht lange und der Kaffe wird von einer jungen Dame serviert und am Tisch zubereitet, also flambiert. Super!
 
Ui, die 4 cl Asbach Uralt merke ich ganz schön. Etwas beschwingt besuchen wir die Kirche St. Jakobus, bestaunen das schöne Fastentuch, ziehen weiter zur evangelischen Kirche und dann zurück in die Altstadt. Wo ist jetzt der Weinkeller, den Ewald ausprobieren möchte? Nein, da runter möchte ich einerseits lieber nicht gehen, andererseits interessiert es mich, also gehe ich vorsichtig die Treppe runter und finde mich in einem alten, urigen Keller wieder. 
 
Rüdesheim ist besonders für Riesling und Spätburgunder bekannt, da wollen wir was probieren. Es gibt hier „Wein to Go“, aber wir wollen keinen Plastikbecher zum Gehen, sondern ein schönes Glas im Weinkeller. Ein freundlicher Asiate begrüßt uns und lädt uns ein, alles anzuschauen und er scheint erstaunt, als wir bestellen und zu verstehen geben, dass wir den Wein vor Ort trinken wollen. Gibt es auch Sekt? Ja, Rieslingsekt hat er im Angebot, aber nicht eingekühlt. Egal, den nehme ich. Ewald entscheidet sich für ein Glas Riesling, der allerdings nicht aus den Rüdesheimer Lagen kommt.
 
Wir sind zuerst die einzigen Gäste und plaudern etwas  mit dem Herrn, der, wie sich herausstellt, aus Japan kommt. Mein Glas ist randvoll und der Betreiber des Weinkellers kündigt gleich an, dass ein 2. Glas im Preis, der mit EUR 10,00 für Wein und Sekt moderat ist, inkludiert ist. Es sind damit eigentlich 2 große Gläser Sekt für mich. Oh Gott, das will ich gar nicht, Ewald hilft mir und der Mister aus Japan ist happy. 
 
Hui, ein bisschen beschwipst gehen wir zurück zum Schiff und freuen uns, dass es trotz Kälte ein schöner Ausflug war.
 
Am Nachmittag gönnen wir uns Zeit zum Faulenzen, schließlich haben wir Urlaub. Ewald hört sich die Hafeninfo über Mannheim an, ich schwänze derartigen Veranstaltungen fast immer und trödle herum.
 
17:37 Uhr - Anker los, auf Wiedersehen Rüdesheim, schön war's, hat uns gut gefallen.
 
Wir genießen die Weiterfahrt bis zum Abendessen von der Kabine aus und fühlen uns wieder sehr wohl an Bord.
 

26. März 2026

Die A-ROSA Silva liegt bereits seit ca. 4 Uhr Früh am Schiffsanleger Lindenhof in Mannheim. Wir haben einen Transfer nach Speyer gebucht und freuen uns drauf. 

 

In Speyer, einer der ältesten Städte Deutschlands, erwartet uns Weltkulturerbe, allen voran der Speyerer Dom, größte romanische Kirche der Welt und Meilenstein in der Geschichte romanischer Architektur.

 

Wir sind gespannt.

 

Der Bus braucht ca. 30 Minuten vom Schiff bis nach Speyer. Beim Technik Museum Speyer steigen wir aus. Aus der Ferne sehen wir schon unterschiedliche Flugzeugtypen, die spektakulär präsentiert werden. Ein kurzer Blick ins Museum, in dem Europas größte Ausstellung zur bemannten Raumfahrt zu sehen ist und leider nein, wir haben max 2,5 Stunden in Speyer Zeit, hier dürfen wir uns nicht länger aufhalten. Wir verzichten somit auch auf die Besichtigung zahlreicher Oldtimer, Motorräder, Lokomotiven und Flugzeuge, wie zum Beispiel der Boeing 747.

 
Der Wind bläst, es hat um die 3 Grad Außentemperatur und wir spazieren zügig durch den Park, direkt zum Dom zu Speyer. Die Dimension und die Kraft dieses Baus sind beeindruckend. Im Inneren besticht  der Dom durch seine monumentale Schlichtheit und Weite und ich in froh hier sein dürfen. Da und dort sehe ich kleine Gruppen von Schülern, die sehr rücksichtsvoll den flüsternden Erklärungen der Lehrer folgen. 
 
Die laufende Uhr im Hinterkopf, um 11:45 Uhr geht der Bus zurück nach Mannheim, folgen wir einem empfohlenen Weg, den ich im Internet gefunden habe. War eh ein Fehler, weil Ewald will wieder jeden Punkt „abarbeiten“und ich folge ihm. Sonne und Wolken wechseln laufend, plötzlich wird der Himmel dunkelgrau und ein kleiner Graupelschauer geht nieder. Passt perfekt, ich bin eh durstig und da vorne an der Maximilianstraße schaut es nach einem ansprechenden Kaffeehaus aus. Ich nehme Tee und ausnahmsweise ein Stück Mehlspeise, der Frankfurter Kranz lacht mich an, und dann ist es höchste Zeit, noch einen Abstecher ins Judenhaus zu machen und zur Einstiegsstelle des Busses beim Museum zurückzukehren.
 
Im Bus kommt es zu einer typischen Szene. Zwei Gäste hören laute Musik aus dem Handy, irgend ein russisches Lied. Beide sitzen direkt hinter uns und ich bitte, dass die Musik leiser, am besten ausgeschaltet wird. Kein Problem, bald ist Ruhe. Kurz drauf beginnt eine jüngere Dame, ebenfalls russisch sprechend, ein lautstarkes Videotelefonat, beendet es, ein anderer tut es ihr gleich und dann telefonieren plötzlich mehrere Fahrgäste in einer sehr unangebrachten Lautstärke und wir hören Gespräche in russischer und französischer Sprache, die meisten werden über Video geführt, dass ja jeder alles mitbekommt. Die ersten Mitfahrenden verdrehen die Augen, manche zeigen ihren Unmut darüber mit einem Murmeln und wenige sprechen aus, was sich die meisten denken. Plötzlich schreit die Dame, die als erste ein Telefonat auf Russisch geführt hat, in gebrochenem deutsch: „Was wollen Sie, warum regen Sie sich alle auf, das ist die moderne Zeit!“ Jetzt wird es schlagartig ruhig im Bus. Alle haben gesagt, was zu sagen war und aus. Ich hab auch meine Meinung dazu, denke mir meinen Teil und bin froh, dass die weitere Fahrt ruhig  verlaufen kann.
 
Am Schiff gönne ich mir eine kleine Pause. Ewald bleibt aktiv und will in jedem Fall noch Mannheim genauer besichtigen, mich reizt die Stadt weniger, trotzdem komme ich mit. Zuerst schlendern wir am Ufer entlang bis zum Schloss Mannheim, das mit 440 Meter Fassade, sechs Hektar Fläche zu den größten Barockschlössern Europas gehört. Ursprünglich diente das Schloss den pfälzischen Kurfürsten als Winterresidenz. Heute ist es das Zuhause der Universität Mannheim und Herzstück des Campus. Sehr beeindruckend.
 
Weiter geht unser Spaziergang ins Zentrum der Stadt, die heute neben Universitätsstadt auch eine bedeutende Industrie- und Handelsstadt und wichtiger Verkehrsknotenpunkt ist. Während Ewald seine Highlights besucht, warte ich bei einem Espresso in einem Café am Paradeplatz auf ihn. Die Stadt erleben ist mir wichtiger.
 
Der Himmel verdunkelt sich wieder ganz dramatisch und innerhalb von Sekunden bildet sich ein kurzer, aber heftiger Graupelschauer. Schnell springen wir in ein Taxi und fahren, durch eine angeblich neue Verkehrsführung, umständlich zum Schiff zurück.
 
Wir durften wieder viele schöne Eindrücke sammeln und hatten einen schönen Urlaubstag. Nach wie vor sind wir sehr froh, dass es wettermäßig zwar kalt, aber relativ trocken ist.
 
So, jetzt freuen wir uns schon aufs Abendessen. Das A-ROSA-Konzept mit Buffet ist uns sehr sympathisch, etwas anstrengend sind allerdings unsere deutschen Tischnachbarn, die zwar freundlich, aber doch speziell sind. Wir wollen im Urlaub nicht wirklich die österreichische Benzinpreispolitik erklären müssen, … Mahlzeit.

 

27. März 2026

Die Sonne lacht bereits in unsere Kabine. Ich öffne kurz die Balkontür um die Temperatur zu checken. Kalt! Wieder ca. 1 Grad. Passt, wir haben warme Kleidung, alles gut. Es ist 7:30 Uhr, als das Schiff in Kehl anlegt.

 
Kehl am Rhein, Deutschlands Tor zu Frankreich am Fuße des Schwarzwaldes,
liegt gegenüber der elsässischen Stadt Straßburg und macht die Stadt dadurch wahrscheinlich zusätzlich interessant. Kehl wird als ein malerischer Ort mit badischer Gemütlichkeit und Ruhe beschrieben, für uns ist das Städtchen Ausgangspunkt für die Fahrt mit der Straßenbahn, Linie D, über die Europabrücke. Straßburg, wir kommen. Wir haben die Stadt bereits vor wenigen Jahren besucht und freuen uns drauf.
 
€ 2,10/Person und ca. 20 Minuten Fahrzeit ab Kehl und wir sind direkt im Zentrum Straßburgs, Haltestelle Langstross - Bonjour Strasbourg. 
 
Straßburg, die Hauptstadt Europas und des Elsass, eine der schönsten Städte der Welt, sprüht vor Energie und Dynamik. Durch eine schöne Einkaufsstraße steuern wir direkt Richtung Kathedrale Notre-Dame de Strasbourg, ein absolutes Muss unter den Top Sehenswürdigkeiten. 
 
Die römisch-katholische Kathedrale Notre-Dame, auch Straßburger Münster genannt, zählt zu den bedeutendsten Kathedralen der europäischen Architekturgeschichte und auch zu den größten Sandsteinbauten der Welt. Bemerkenswert ist der 142 Meter hohe filigrane Turm, der bis zum 19. Jh. das höchste Bauwerk der Christenheit war,
 
Ein besonderer Besuchermagnet in der Kathedrale ist die astronomische Uhr, ein Meisterwerk aus der Rennaissance, die in einer Zusammenarbeit von Künstlern, Mathematikern und Technikern entstanden ist. Täglich um 12:30 Uhr setzen sich die Figuren in Bewegung und zeigen die Lebensstufen vom Kind bis zum Greis. Soviel Zeit haben wir nicht mitgebracht, wir bewundern statt dessen andere Besonderheiten, wie zum Beispiel den Engelspfeiler, der in einer sehr schöpferischen Weise das Jüngste Gericht repräsentiert. Ein Schülergruppe steht um eine rechteckige Vertiefung, gesichert mit einem schönen Gitter, einige machen Fotos, das interessiert mich und ich stelle mich dazu. Aha, so ist das. Die Stelle ist vergleichbar mit einem Wunschbrunnen, in den Münzen hineingeworfen werden, hier ist es eine Vertiefung, in die vor allem Geldscheine geworfen werden. Wieder was Neues für mich.
 
Rund um die Straßburger Sehenswürdigkeiten gibt es von Kultur über Kulinarik bis zur Architektur jede Menge zu erleben. Ein guter Ort für eine Kaffeepause. Das erste Café macht einen düsteren Eindruck, das wollen wir nicht, wir schlendern weiter und plötzlich zieht uns ein Schaufenster ganz besonders an. Wir sehen kleine Törtchen, Schokolade und Kuchen, alles sehr einladend. Ob die auch Sitzgelegenheiten zum Verweilen haben? Ja, im ersten Stock gibt’s genau das, was wir suchen. Über eine Wendeltreppe gelangen wir ins eigentliche Kaffeehaus, der Patisserie Christian. Der Kellner ist eher unfreundlich, die angebotenen Mehlspeisen kompensieren das aber sehr gut und wir bestellen zum Espresso ein Himbeertörtchen für Ewald und ein Zitronentarte für mich und weil es uns hier so gefällt, darf es heute auch noch ein Glas Crémant sein. Prost! So muss Urlaub sein. Heute ist ganz mein Tag.
 
Unseren Spaziergang setzen wir fort in Richtung La Petite France, einem Altstadtviertel mit kleinen Brücken und Kanälen, alten Wehrtürmen und vielen bezaubernden Fachwerkhäusern, es gehört für mich zu den schönsten Orten in Straßburg. Ich kann mich vom letzten Urlaub noch genau an das ehemalige Gerberviertel erinnern und liebe es.    
 
Die Franzosen verstehen es schon, gut zu leben, dem können wir tatsächlich etwas abgewinnen und nutzen den schönen Tag an diesem gemütlichen Ort, um in einem jungen, sympathischen Restaurant eine landestypische Spezialität zu genießen und bestellen Foie gras, dazu ein Glas Crémant. Mmh, geht’s uns gut.
 
Glücklich und zufrieden machen wir uns auf dem Weg zur Straßenbahn. Kalter Wind bläst, ich friere, aber grundsätzlich sind wir mehr als dankbar, dass die ursprüngliche Wetterprognose mit Regen und Schnee nicht eingetroffen ist. 
 
Viel zu schnell haben wir die Haltestelle erreicht, in wenigen Minuten kommt die Bim und wir fahren retour nach Kehl. Nachdem es dort auch ein Rathaus gibt, ist bereits im Vorfeld klar, wie wir den Ausflug ausklingen lassen … hihi. Durch die Stadt zieht sich eine breite ruhige Fußgängerzone, nicht aufregend, aber angenehm, eine perfekter Abschluss. 10 Minuten später sind wir wieder am Schiff, Ewald informiert sich über den morgigen Ablauf, ich fasse unseren Tag zusammen und freu mich auf das Abendessen, dass heute bescheiden ausfallen muss. Guten Appetit.
 

28. März 2026

Heute wollen wir in Mainz auf Gutenbergs Spuren wandeln. Auch diese Stadt ist uns schon bekannt und wir machen uns keinen Druck alles sehen zu müssen. Bis Mittag haben wir Zeit. Also gut anziehen, der Himmel zeigt sich heute grau bei 2 Grad.

 
Die Geschichte von Mainz, Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz und Heimat von ZDF, nahm vor 2000 Jahren mit den Römern ihren Anfang. Berühmtester Sohn der Stadt ist Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks, der uns wohl allen noch aus der Schule in Erinnerung geblieben ist.
 
Wenn ich Mainz höre, denke ich automatisch an Fasching, Fastnacht heißt das hier, Mainz bleibt Mainz, die Rheingoldhalle und die Mainzelmännchen. Weniger bewusst ist mir, dass in Mainz traditionelle Weinstuben betrieben werden und der Wein zum Kulturgut gehört. Prost!!!
 
Die Mainzer Herzlichkeit ist legendär und sie sind gemütlich, ein echter Meenzer kann nicht ohne die drei Ws leben „Weck, Worscht und Woi“, das besagt auch das närrische Grundgesetz, welches am 11.11. um 11:11 Uhr verkündet wird: „Das Nationalgericht ist Weck (Brötchen), Worscht (Wurst - oft mit Senf) und Woi (Wein). Denn Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Wir lassen uns auch das beste Essen nicht zweimal durch den Kopf gehen. Und wir trinken nicht mehr als unser Portemonnaie verträgt. Gott Jokus ist unserer Leber gnädig."
 
Mainz ist als Teil des UNESCO-Welterbes "SchUM-Städte" zusammen mit Worms und Speyer, ausgezeichnet für die historische Bedeutung für die jüdische Kultur.
 
Die Stadt ist auch für ihre Freizeitaktivitäten beliebt. Der RheinTerrassenWeg und der Rheinradwegbieten tolle Ausflugsmöglichkeiten in die umliegende rheinhessische Natur.
 
Heute ist Markttag, das freut mich ganz besonders und wir gustieren zwischen den Ständen umher. Oh, hier gibt schon Spargel, darauf freue ich mich schon, wenn wir nächste Woche wieder daheim sind. Herrlichstes Obst, schöne Blumen, Pilze, … das Angebot ist riesig und wird ansprechend präsentiert. Ich könnte viel Zeit hier verbummeln. Leider beginnt es leicht zu nieseln, wir machen schnell einen Abstecher zum Schillerplatz, dort steht zentral der Fastnachtsbrunnen mit über 200 bronzenen Figuren, der an die jahrhundertealte Tradition erinnern soll. 
 
Der Regen wird mehr, der Regenschirm ist in der Kabine geblieben, wir entscheiden uns für einen gepflegten Vormittagskaffee mit kleiner Mehlspeise. Es regnet danach immer noch, Ewald will noch zum Gutenberg-Museum, ich entschuldige mich gedanklich bei Herrn Gutenberg, ich hab ihm und seinen Hinterlassenschaften schon beim letzten Mainzbesuch Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt und gehe alleine retour zum Schiff. Kurz darauf ist auch Ewald zurück und wir warten gemeinsam aufs Ablegen, das heute gegen 12 Uhr sein wird.
 
Am Nachmittag geht’s weiter nach Koblenz. Auf der Fahrt können wir die angeblich einzigartige Landschaft des UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal mit der berühmte und sagenumwobene Loreley passieren. Ich frag mich immer, warum um die 132 Meter hohe Schieferfelswand bei Sankt Goarshausen in Rheinland-Pfalz, an der tiefsten und engsten Stelle des Mittelrheins gelegen, so ein Getue gemacht wird. Ich habe die Magie der Loreley bisher nicht gespürt oder erlebt, dass die Loreley Urlaub für Körper, Geist und Seele ist. Vielleicht ist dieses Gefühl nur Einheimischen vorbehalten.
 

Es regnet, wir bleiben in unsere gemütlichen Kabine, das Schiff gleitet dahin, wir bewundern die vorbeiziehenden Burgen und Schlösser, die schönen Fachwerkbauten, die steilen Weinberge, … und genießen die friedliche Atmosphäre. Eigentlich sollten wir gleich bei der Loreley sein, sie sollte auf der anderen Kabinenseite gut zu sehen sein. Die Excursion-Managerin  hat eine Live-Moderation über die Lautsprecher angekündigt und gekommen ist die aber nicht. Auch wenn wir den Hype nicht verstehen, ein Foto hätten wir gemacht. Ewald hat instinktiv die letzte gute Möglichkeit dafür genutzt, ich hab sie nur noch aus der Ferne gesehen. 

 

Coffeetime am Schiff, das könnten wir heute nutzen. Es ist schon spannend, dass der Großteil der Urlauber offenbar denkt, verhungern zu müssen und die Speisen, egal bei welcher Mahlzeit, werden auf den Tellern aufgetürmt. Bis wir im Barbereich angekommen sind, sind die Warteschlangen vorm Kuchenbuffet schon sehr lange und die meisten Sitzplätze besetzt und da gibt’s auch keine Chance für mich. Es sind mehrere internationale Gruppen an Bord und sehr viele Gäste davon fallen unangenehm auf, drängen sich vor, rempeln, sind laut telefonieren über Videoundreservieren für die ganze Gruppe. Ersuchen um Rücksichtnahme oder aufregen ist leider zwecklos. Man merkt langsam den gegenseitigen Unmut. Leider. Allgemein mussten wir feststellen, dass Stil und Niveau auf Passagierschiffen gesunken sind und zu wünschen übrig lassen und das liegt nicht zuletzt an den internationalen Gästen. Mitreisende sind ähnlicher Meinung. Na gut, wir lassen die schönen Kleidungsstücke im Koffer und  daheim ist weniger zu tun. Ah, da sind ja noch 2 Sitzplätze, allerdings an ungewöhnlicher Stelle, die nehmen wir und haben es lustig. 

 

Es dauert nicht lange und wir sehen erste Türme von Koblenz, wir haben das Deutsche Eck, den Ort, an dem Rhein und Mosel zusammenfließen, erreicht.

 

Das Deutsche Eck, ein berühmtes Wahrzeichen der Stadt Koblenz, liegt direkt an der Mündung der Mosel in den Rhein. Von der künstlich aufgeschüttteten Landzunge begrüßt uns das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

 

In der Nähe des Denkmals wurde eine Gondelbahn gebaut und wir könnten leicht zur Burg Ehrenbreitstein hochfahren, aber weder Wetter noch zeitliche Ressourcen lassen diese Fahrt zu.


Nahe beim Denkmal befindet sich auch die Talstation der Gondelbahn, die seit der Bundesgartenschau 2011 hinauf zur Festung Ehrenbreitstein führt. 

 

Wir nutzen die gewonnene Zeit für einen kleinen Landgang im Regen. I‘m singing in the rain, …. Nasskalt und ungemütlich ist es, aber einen kleine Stadtrundgang und einen kurzen Besuch im Weinlokal schaffen wir, bevor es zum Abendessen geht. Der letzte Abend in diesem Urlaub endet, wie es auf Schiffsreisen üblich ist, mit Alaska-Cake und jetzt wird Koffer gepackt. Er muss rechtzeitig morgen Früh zum Ausladen bereit stehen und ich hoffe, dass sich der Wecker automatisch auf Sommerzeit umstellt.

 

29. März 2026

Hinter mir liegt keine gute Nacht und ich bin froh, dass ich zumindest 2-3 Stunden schlafen konnte.

 

Und was soll ich sagen, Ewalds old fashioned Wecker hat kläglich versagt und sich nicht auf Sommerzeit umgestellt, während mein Handy mich perfekt geweckt hat.

 

Es hat geregnet und wieder nur 2 Grad Außentemperatur, heute ist schon egal, wir fahren bereits um 8:15 Uhr zum Bahnhof.

 

Kleines Frühstück, verabschieden von den Tischnachbarn und ab nach Hause. Die Koffer wurden schon zum Bus gebracht. Hm? Wo ist unser Bus? Der, der in der Nähe der Anlegestelle steht, ist es nicht. Eine mitreisende Dame zeigt sich ebenfalls verwirrt auf der Suche nach Bus und Koffer. Aha, beides wartet angeblich unter einer bestimmten Brücke auf uns. Der Weg dorthin hat sicher eine Länge von 500 m und alles wäre einfacher, wenn Madame Ausflugsmanagerin, die gleichzeitig mit mir das Schiff verlassen hat, nur eine Silbe gesagt hätte. So laufen die Gäste sinnlos herum und das ist ärgerlich.

 

Am Kölner Hauptbahnhof ist jede Menge los, es ist kalt und gibt zu wenige Sitzplätze. Wir stellen uns unter eine Warmluftquelle und beobachten die Anzeigetafel, auf der sich bei unserem Zug kontinuierlich eine Verspätung aufbaut. 30 Minuten nach der geplanten Abfahrt geht’s los. Sitzplatzreservierung hat gut funktioniert, die Heizung im Zug weniger, in Stuttgart wendet der Zug und der neue Zugführer ändert die Streckenführung und wir holen die Verspätung zur Gänze ein. In München müssen wir umsteigen und haben dafür 1 Stunde Zeit. Super, unser ÖBB-Zug kommt gerade an und wir können einsteigen und haben es warm, dafür funktioniert die Steckdose zum Aufladen meines Handys nicht und im Laufe der Fahrt kühlt der Zug leider mehr und mehr aus, dafür erreicht er Linz Hauptbahnhof pünktlich auf die Minute!

 

Glücklich und dankbar kommen wir am frühen Abend daheim an. Es war ein sehr schöner Urlaub, wir haben viele schöne Eindrücke gesammelt und unsere Erkenntnis bestätigt sich immer wieder: Daheim ist es am schönsten!!

 

Trotzdem, bald geht's wieder auf Reisen. Erholung in Fuschl steht am Programm und um Juni geht's ans Meer. Vorfreude ist die schönste Freude.

 

Lass es dir gut gehen, komm wieder mit uns mit, wir freuen uns.

Alles Liebe

Rena

 

März 2026

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